Am nächsten Tag gingen Tori und Joana in die Winkelgasse. Erstens wollten sie das Geschenk für Sirius kaufen und zweitens hatten sie ja zu Weihnachten von Ruby Gutscheine von MD (Magische Drogerie) bekommen. Und die wollten sie auch einlösen.

 

„Mann, Tori! Bist du endlich fertig?“, schrie Joana hinauf in das Zimmer von ihrer besten Freundin.

 

Nach geschlagenen 2o Minuten kam sie dann auch endlich aus dem Bad und schnappte sich ihre braune Ledertasche. „So, jetzt kann’s losgehen!“, pfeifend ging sie in Richtung des Kamins.

 

„Winkelgasse“, sagte Toria laut und deutlich und ließ den Staub fallen. Augenblicklich verschwand sie in grünen Flammen und Jo tat es ihr gleich.

 

Hustend stolperte die junge Parker aus der Feuerstelle des Tropfenden Kessels.

Tori klopfte sich ihre Klamotten ab und trat dann einen Schritt beiseite, da auch schon ihre beste Freundin aus dem Kamin kam.

Auch sie putzte sich ihr Gewand ab und die beiden jungen Gryffindor Mädchen gingen in den Hinterhof des Pubs.

 

Jo tippte an die Backsteinmauer und der Eingang zur Winkelgasse öffnete sich.

 

Als erstes gingen die beiden Mädchen zu MD. „Okay, was brauchen wir alles?“, fragte Tori, als sie den Laden betreten hatten.

Jo kramte einen kleinen quietsch gelben Zettel hervor und las vor: „Masken in verschiedenen Sorten, Nagellackentferner, deine Wimperntusche, meinen Kajal, deine Creme und Duschgel und Haarshampoo en masse.“

 

Tori schnappte sich gleich 5 Flaschen des Orangenblüten Duschgels. Sie liebte es! Wirklich!

Jo ging zu den Regalen mit den Kokos Sachen und auch sie gab 5 Flaschen in den kleinen Korb.

Vom Haarshampoo „Beaux Cheveaux“ nahmen sie allerdings 10 Flaschen vom Shampoo und 10 vom Balsam. Denn beide verwendeten dasselbe.

 

Sie gingen zur Kassa und bezahlten mit den Gutscheinen. Jo packte die ganzen Sachen derweil in Tori’s Handtasche, in der man ziemlich viel hineinbrachte, da sie verzaubert war.

 

Als sie fertig waren, suchten sie nach einem Geschenk für Sirius. Erst nach einer halben Ewigkeit hatten sie den Zwei – Wege – Spiegel gefunden und kauften ihn auch gleich.

Tori hoffte inständig, dass es ihm gefallen würde.

 

Die Tage vergingen und Silvester rückte immer näher und somit auch Sirius Geburtstag.

 

Jo und Tori richteten sich her.

 

„Ähm, Tori?“

„Ja?“

„Duhu? Könntest du mir ganz vielleicht dein Schimpfwörter Wörterbuch ausleihen?“, grinste Jo ihre beste Freundin an.

„Das ist jetzt aber nicht dein Ernst, oder?“, fragte Tori ungläubig.

„Doch?“

„Du willst allen Ernstes James mit den Schimpfwörtern aus meinem Buch quälen?“

„Ja?“

„Okay, aber sag ihm nicht, dass du es von mir hast!“, grinste sie.

„Indianerehrenwort“, lachte Joana.

 

„Belle! Lena!“, Maria Potter kam freudig auf die Truppe, bestehend aus Morenos und Parkers, zu gestürmt.

„Hallo, der ganze Rest!“, lächelte sie.

 

„John, altes Scheißhaus!“, Jack kam lachend angerauscht.

Zuerst schlug er John auf die Schulter und dann Joe.

Tori und Jake kugelten sich schon am Boden.

Jo sah noch immer drein, als ob sie am liebsten ihre Uroma aus dem Grab holen wolle und sich selbst reinlegen wollte.

Hilary sah nicht viel besser aus.

 

Als Jo jedoch dann sah, wie toll das Haus aussah, also von innen, machten sich mal wieder ihre Stimmungsschwankungen bemerkbar.

„WOW!“

„Na, gefällt’s dir, Babe?“, James sah sie mit seinem MachoBlick grinsend an.

Sofort wendete sich Jo’s Laune um 180° und sie funkelte ihn an.

„Du kleiner mieser Puffzwerg! Hast du dir etwa die Kloschüssel auf den Kopf geklebt, oder soll das deine Frisur sein?“

 

„JOANA!“, empört schnappte Alena nach Luft.

„Diese Pissbacke hat es nicht anders verdient.“

Tori’s Gesicht lief total rot an, da sie sich dermaßen zusammenreißen musste um nicht in einen Lachanfall auszubrechen.

James Gesicht sah aber auch echt zum Schießen aus.

Wie ein Fisch bei Landgang.

 

„Okay! Wer hat Hunger?“, versuchte Maria die Stimmung wieder zu kippen.

 

„ICH!“, schrie Tori. „Wo ist eigentlich Sirius?“

„Im Bad“, murrte James.

 

Sie setzten sich in das Wohnzimmer der Potters. Heute gab es Pizza. Alena und Mirabelle hatten es bei Maria schon bestellt, denn das war auch so eine Parker Moreno Tradition. Zu Silvester gab es immer Pizza.

Jo setzte sich neben Toria und weit weg von James. Sie ignoriere ihn.

„Wann fängt eigentlich Sirius‘ Party an?“ wollte Tori ablenken.

„Erst in 2 Stunden, also um 7.“, sagte Maria.

 

„James, hast du einen Silberpfeil? Ich habe zu Weihnachten das Buch „Quidditch im Wandel der Zeiten“ bekommen und ich fand den Silberpfeil Klasse.“, rief Jake ihm zu.

„Nö, ich hab einen Komet. Kannst ihn dir ja nach dem Essen anschauen wenn du willst.“, sagte James.

„Echt? Cool. Darf ich mit den auch fliegen das wollte ich schon immer mal!“, Jake’s Augen funkelten vor Freude.

„Mal sehen.“

„Cool. Wenn ich mal älter bin nimmst du mich dann eh in das Quidditch Team auf, oder? Ich hab gehört du bist der Kapitän und die dürfen das entscheiden wer aufgenommen wird.“, grinste Jake.

„Jake, jetzt reicht’s. Quäl doch James nicht so.“, unterbrach Alena das Gespräch.

„Außerdem kommen da nur Schüler von Hogwarts ins Team!“, sagte Sirius, der gerade das Zimmer betrat.

 

„Alles Gute, Sirius!“, schrie Joana quer durchs Zimmer.

„Oh, Mann, und mich hat sie Puffzwerg und Pissbacke genannt!“, murmelte James beleidigt.

 

„Wie hat sie dich genannt?“, prustete Sirius.

„Puffzwerg!“, lachte John.

„Aber du hättest erleben sollen, wie sie ihn zu Weihnachten genannt hat!“, grinste Joseph.

„Und wie?“, wollte der junge Black wissen.

 

„Okay! Die Pizza ist fertig!“, Maria kam mit fünf schwebenden Backblechen in das Esszimmer.

„Yeah!“, rief Tori aus und streckte die Arme in die Luft.

 

Alle waren mit dem Essen fertig und auch die anderen Gäste für Sirius Party waren gekommen.

Darunter auch Ruby und Remus. Tori und Jo freuten sich Ruby zu sehen.

Aber auch Remus wurde freudig umarmt.

 

„Tori, willst du tanzen?“, Sirius sah das Mädchen grinsend an und hielt ihr einen Arm hin.

„Klar“, strahlte sie ihn an.

Sie gingen zu dem Teil im Raum, indem Platz für eine Tanzfläche gemacht worden war.

Er legte seine Hände an ihre Hüften und sie ihre Hände in seinen Nacken.

„Danke nochmal für das Geschenk“, sagte er.

„Kein Problem“, lachte Toria.

„Gehen wir zum Dachbalkon. Da können wir besser reden.“, meinte er nach einer Weile.

 

Joana sah missmutig dabei zu, wie die beste Freundin von Tiffany Pears, Chloe Fletcher, extrem mit James flirtete. Das gefiel ihr nicht, ganz und gar nicht.

Er musste wohl bemerkt haben, dass Jo ihn anstarrte, denn er kam geradewegs auf sie zu.

„Hey, Jo! Willst du tanzen?“, fragte er sie höflich und freundlich wie eh und je.

„Frag doch Fletcher, du Pavian Arsch!“, fauchte sie ihn an.

„Okay, was bei Merlins grün pink karierter Feinripp-Unterhose hab ich dir getan?!“

„Was du mir getan hast, willst du wissen?“, schrie sie ihn an.

„Ja!“

„DU hast nichts getan! Ich allerdings schon! Ich hab mich fertig gemacht! Ich hab meine Haare BLOND gefärbt! Ja? Und du fragst allen Ernstes was du mir getan hast?“, machte Jo ihr Gegenüber zur Schnecke.

„Was hast du getan?“

„Drehen wir uns irgendwie im Kreis?“, zischte sie.

„Wieso färbst du dir die Haare blond und gibst dann mir die Schuld?“

„Weil du der verdammte Grund bist!“, brüllte sie ihn beinahe an.

James sah sie irgendwie geschockt an.

Und dann spulte sie zurück und ihre Augen wurden groß.

Das konnte sie jetzt nicht wirklich gesagt haben!

Sie hat es gesagt!

 

Ruby setzte sich an die Bar. Remus tat es ihr gleich und sie fingen an über belanglose Dinge zu quatschen.

„Hier!“ Er stellte ihr ein Glas Feuerwhisky vor die Augen und nahm sich auch eines.

„Ich vertrag doch gar nichts“, meinte Ruby nur ausweichend.

„Na und? Ich auch nicht“, zuckte er mit den Schultern und setzte das Glas an seine Lippen.

Was solls, dachte sie sich und nahm einen kleinen Schluck des Whisky’s.

Ruby wusste schon gar nicht mehr wie oft Remus nachgeschenkt hatte.

„Weisu, das isch disch jans doll find‘?“, lallte er und das Mädchen kicherte.

„Na das hoffisch doch! Hicks… Ich hicks findisch hicks auch jaaans hicks doll!“, dümmlich grinste sie ihn an.

„Isch güss disch jetz‘ einfa‘ ma‘!“, meinte Remus dann bestimmt und Ruby gluckste: „Tu waschu ned lassn kanns‘!“

Stürmisch, jedoch unbeholfen standen die Zwei nun an die Wand gelehnt da und küssten sich. Der Alkoholpegel ließ sie sogar aneinander herumfummeln. Etwas, das sie im nüchternen Zustand nie im Leben gemacht hätten.

 

Sirius führte Tori zwei Stockwerke weiter hinauf. Als sie endlich ankamen, staunte sie nicht schlecht. So einen Ausblick hätte sich das Mädchen nicht erwartet! Man konnte beinahe die ganze Umgebung sehen. Vereinzelt sah man Muggel Silvester Raketen über den Horizont hinausschießen.

„Wow“, kam es leise und andächtig über ihre Lippen.

„Ich hoffe, es gefällt dir!“, lächelte der junge Black und setzte sich auf eine hölzerne Bank.

Mit der linken Hand klopfte er auf den freien Platz neben sich. Tori kam der Aufforderung nach und setzte sich neben ihn.

Von unten drang leise und gedämpft die Musik zu ihnen hinauf und unwillkürlich schoss der jungen Parker ein Wort durch den Kopf: Romantisch.

„Weißt du, Tori, ich find‘ es echt klasse, dass du und Jo nach Hogwarts gekommen seid!“, begann Sirius.

„Ach ja?“, kam es krächzend aus Toria‘s Sprechöffnung.

„Wäre echt eine Schande gewesen, wenn ich euch nicht kennengelernt hätte“, sprach er weiter.

Tori’s Herz raste unnatürlich schnell.

„Wenn ich dich nicht kennengelernt hätte“, vollendete er.

Oh mein Gott, das waren die einzigen drei Worte, die ihr durch den Kopf gingen.

„Du bist wirklich der beste weibliche Kumpel, den Mann haben kann!“

Tori’s Gesichtszüge entgleisten und sie sah ihr Gegenüber an wie ein Fisch bei Landgang.

Überall waren plötzlich die Kracher der Feuerwerksraketen zu hören.

„Frohes Neues Jahr, Tori!“

Er umarmte sie und das Mädchen konnte noch immer nichts sagen.

 

„TORI! Wo bist du?! Ich muss mit dir reden!“, Joana’s verzweifelte Stimme drang an ihr Ohr, als auch schon ihre beste Freundin den Dachbalkon betrat.

 

„Sirius, könntest du Tori und mich kurz allein lassen?“, fragte sie und schmiss ihn raus, oder bessergesagt rein.