Joana POV

 

„Hast du schon wieder Stimmungsschwankungen?“, wollte Tori von mir wissen.

Sie war mir nachgerannt, als ich zügig das Wohnzimmer verlassen hatte.

„Nein!“, fauchte ich sie an.

„Okay, du hast Stimmungsschwankungen!“, schlussfolgerte meine beste Freundin.

„Gar nicht wahr!“

„Ach ja? Und warum bist du dann bei James Geschenk so ausgerastet?“

„Bin ich ja gar nicht?“

„Ach nein… Und was war das mit der Schleim – Scheißenden – Bambus – Kröte?“, fragte Tori und sah mich mit hochgezogenen Augenbrauen belustigt an.

„Na, er ist ein Arschloch!“, meinte ich trotzig.

„Ach! Und seit wann das? Du warst doch diejenige, die sich unbedingt beim Frühstück neben ihn setzen wollte, damit er dich ganz zufällig berührt!“, grinste meine „Schwester“.

„Na und? Ich hab halt meine Meinung geändert. Darf ich das jetzt nicht mehr?“, zickte ich.

„Aber…“

„Tori, nicht aber! Ich kann den Affenarsch eben nicht leiden!“

„Aber…“

„Aus.“

„Aber…“

„Schluss.“

„Zahnpasta!“, schrien wir beide und fingen an zu lachen.

 

„Jo, jetzt ernsthaft. Sag mir, wieso du James nicht mehr ausstehen kannst, bitte!“

Oh nein, bitte nicht! Sie setzte ihren Hundeblick auf! Gar nicht gut!

 

„Okay“, maulte ich und setzte mich auf ihr Bett.

 

„Weißt du noch, wie du mir erzählt hast, dass James auf mich steht? –Sie nickte.- Nun ja, letztens bin ich in der Nacht in den Gemeinschaftsraum gegangen, weil ich nicht schlafen konnte. Und was seh ich? James wie er mit irgendeiner blonden Tusse rummacht!“, frustriert ließ ich mich zurückfallen.

„Semmelschupfer *, der!“, rief ich und streckte die Arme in die Luft.

 

„Ja, aber, Jo, er ist auch nur ein Kerl. Und ihr seid auch nicht zusammen, ich mein, einerseits versteh ich dich ja, aber ein Kerl bleibt ein Kerl. Vielleicht gibt sich das irgendwie. Durch eine göttliche Fügung oder sonst was! Keine Ahnung, aber wirklich. Mach dich bitte wegen einem Typen nicht so fertig, versprich’s mir bitte!“, meinte Tori und setzte mal wieder ihren berühmt berüchtigten Hundeblick auf.

„Okay. Du hast Recht, das ist er nicht wert!“, grinste ich nun schon wieder.

Tja, ich und meine Stimmungsschwankungen!

 

Lachend gingen wir wieder hinunter ins Wohnzimmer und packten die restlichen Geschenke aus.

 

Ich konnte es kaum fassen. Mom, Dad, Belle und Johnny schenkten uns doch tatsächlich einen Urlaub! Das war dermaßen geil!

Auf Teneriffa! Anscheinend gab es dort so ein Zaubererhotel!

Und unsere genialen Eltern schenkten uns genau dort einen Urlaub!

Am liebsten würde ich sie abknutschen!

 

Jake freute sich auch sehr über sein Geschenk. Er war nämlich Quidditch fanatisch und bekam das Buch „Quidditch im Wandel der Zeiten“.

Hilary bekam Klamotten und Geld.

 

Von Ruby bekamen Tori und ich jeweils einen Gutschein für die Magische Drogerie (kurz MD) in der Winkelgasse.

 

Von Sirius und Remus bekamen wir Süßigkeiten und eine Karte, in der sie uns Frohe Weihnachten wünschten.

 

Dad und Johnny bekamen gemeinsam eine Kiste Ogdens Old Feuerwhisky und einen neuen Griller.

Wie jedes männliche Wesen freuten sie sich tierisch über den Alkohol und das neue „Spielzeug“, wie sie es nannten.

 

Mom und Belle bekamen beide das Buch „Magie beim Backen“.

Sie wollten es schon wirklich lange haben, also haben Tori und ich es gekauft!

 

Da ich dann nicht mehr nach Hause gehen wollte, blieb ich gleich bei Tori und wir sahen uns mit dem Visionator 1ooo einen Film an.

 

Als ich am 25. Dezember aufwachte, hatte ich richtig gute Laune!

Keine Ahnung wieso, aber es ist halt mal so.

 

Wie jedes Jahr machten Tori und ich für das Mittagessen einen Reisauflauf nach Grandma Parker’s Rezept.

 

„Tori! Aufstehen! Es schneit und heute kommen die verrückten Verwandten. Und heute gibt es REISAUFLAUF!“, schrie ich und hüpfte auf Tori’s Bett herum.

 

Sie ging in das Badezimmer und zog sich an.

Danach war ich an der Reihe.

Schnell suchte ich meine Klamotten zusammen und ging ins Bad.

 

Zuerst ging ich duschen und als ich mich abgetrocknet habe und ich mich im Spiegel betrachtete, kam mir eine Idee.

Wenn er ja so auf Blondinen stand, wieso wurde ich nicht auch zu einer? , fragte ich mich.

Obwohl ich wusste, dass Tori mir den Kopf abreißen würde, wenn sie erfährt, dass ich mir meine Haare nur wegen James blond machte.

 

Ich zückte meinen Zauberstab. Auch wenn es verboten war, aber in einem Haus voller Zauberer fiel das sowieso nicht auf, dachte ich mir schulterzuckend und wand den Zauberspruch an, den ich letztens in Tori’s Teenager – Hexen – Buch gelesen habe.

 

Und siehe da, meine Haare waren nicht mehr mittelbraun, sondern blond.

Mal sehen, was die anderen so sagen werden, dachte ich grinsend und mit einem Schlenker waren meine Haare trocken.

Rasch zog ich mir die schwarze Jean und den grau-korall gestreiften Pullover an.

In Tori’s Zimmer schlüpfte ich dann auch noch in die schwarzen Ballerinas, gab meinen Schmuck rauf und hängte mir den cremefarbenen Schal um.

 

Fertig.

 

Meine beste Freundin und ich gingen in die Küche.

 

„Also! ¼ Liter Wasser und ¼ Liter Milch mit einer Prise Salz und einem Kaffeelöffel Zucker aufkochen lassen.“, las ich vor und Tori folgte meinen Anweisungen.

 

Derweil raffelte ich 2 Äpfel, um sie dann mit etwas Zitronensaft und einer Packung Vanillezucker zu vermischen.

 

Als wir fertig waren, kamen auch schon die ganzen Verwandten.

Tante Gertrud. (Unsere Lieblingstante, die wir liebevoll Tante GeeGee nannten. Sie war die Schwester von Mirabelle.)

Onkel Nerman. (Den konnten wir nicht wirklich leiden. Der war echt seltsam drauf! Der Bruder von Mom.)

Onkel Matt. (Der Freund von GeeGee.)

Cousin Albert. (Unser Lieblingscousin, und der einzige noch dazu! Sonst haben wir nur Cousinen!)

Tante Michelle. (Die konnten wir auch nicht leiden. Sie war die Schwester von Johnny und so richtig tussig.)

Cousine Carla. (Genauso tussig wie ihre Mutter! Echt jetzt!)

Cousine Emily. (Die jüngere Schwester von Carla und Albert und eine ganz Liebe!)

Tante Frida. (Die um fast 2o Jahre ältere Schwester von Dad. Auf den Familienfeiern war immer sie die erste, die Dad’s Feuerwhisky – Vorrat entdeckt hatte. Aber sie war okay.)

Onkel Robbie. (Der Mann von Michelle und der Vater von Albert und Carla.)

Grandma Parker, Brown (Belle’s Seite der Familie), White (Mom’s Seite der Familie) und Moreno.

Und zu guter letzt Grandpa Parker, Brown, White und Moreno.

 

Im Großen und Ganzen waren wir wirklich ein ziemlich chaotischer Haufen.

Jede Familienfeier endete bisher immer damit, dass entweder alle dermaßen besoffen waren, sich alle zu streiten begannen oder beides.

 

Wir setzten uns an den großen Tisch und endlich gab es Essen.

 

„Joana, Liebes, seit wann hast du blonde Haare?“, fragte mich Grandma White gerade.

„Seit heute Morgen, wieso? Passt es mir nicht?“, wollte ich beinahe panisch wissen.

 

„Doch, doch. Es sieht toll aus!“, lächelte sie mich an.

„Und warum, wenn ich fragen darf, bist du jetzt eine Blondine?“, grinste mich GeeGee an.

„Och nur so“, sagte ich schnell, allerdings hatte Tori wohl meine etwas geröteten Wangen bemerkt, denn sie rief: „WAS? Jo, du hast es mir versprochen!“

„Ich weiß, aber lass mich halt, außerdem mach ich mich ja nicht fertig!“

„Na und? Du sollst aber nicht auf das Niveau von denen fallen!“

„Das ist nur eine Haarfarbe!“

„Aber eine mit schlechtem Ruf!“

„Na und?“

 

Tori seufzte laut auf und widmete sich wieder ihrem Reisauflauf.

Oh Mann, ich wusste, dass Tori sauer sein würde, allerdings, dass sie enttäuscht wäre, davon war ich nicht ausgegangen!

 

Nach dem Hauptgang, sah die Welt schon ganz anders aus.

Mom und Belle brachten das Eis! Juhu!

Das wäre der Start, für die meisten unserer Verwandten auf jeden Fall, in eine betrunkene Nacht!

Denn zum Eis gab es immer Brandy und Cognac.

 

Natürlich war Tante Frida die erste, die sich über den Cognac hermachte.

War ja klar!

 

Nach einiger Zeit, als so ziemlich alle Anwesenden, bis auf Tori, Jake, Hilary und mir, alle betrunken bzw. angeheitert waren, kam es wie es kommen musste.

 

Tante Frida griff das Thema Onkel Nerman und seine Zugehörigkeit zum anderen Ufer auf.

Natürlich fingen Tante GeeGee und Onkel Nerman wieder zu streiten an.

 

„Du hast mir meinen Freund ausgespannt!“, rief Nerman wütend und torkelte im Raum herum.

„Du Homo Fürst der Finsternis! Mich wundert es nicht! Du sperrst dich seit drei Jahren in deinem Haus ein, hast immer die Schalosie hinunter gezogen und gehst kaum raus!“, schrie GeeGee ihn an.

 

„Na und? Dafür spann ich meiner besten Freundin nicht den Freund aus!“

„Stimmt. Das ist nämlich dein Ex!“

„Also gibst du zu, dass du ihn mir weggeschnappt hast!“, brüllte Nerman.

 

Irgendwie war die ganze Situation lustig.

Matt, der Ex von Nerman und der jetzige  Freund von GeeGee, hatte die Ellenbögen auf die Tischplatte gestützt und raufte sich nun die Haare.

Tori neben mir war schon ganz rot im Gesicht. Sie musste sich wirklich stark zusammenreißen, damit sie nicht anfing zu lachen.

 

Albert lachte wie ein Irrer und hing halb auf seinem Stuhl, halb am Boden. Wenn er betrunken war, verlor er seinen Verstand. Okay, das war sowieso nicht viel, allerdings noch genug, um sich unter Kontrolle zu haben. Tja, mit dem war es nun vorbei.

 

„Tori? Kannst du deiner Schwester und Jake sagen, dass sie mal kurz herkommen sollen?“, wollte Mom gerade von meiner besten Freundin wissen.

 

„Klar!“, antwortete sie und ging pfeifend zu den Jüngeren.

 

Als sie wieder kam, mit Jake und Hilary im Schlepptau, fragte Belle: „Ich wollte euch nur fragen, ob es euch was ausmacht, dass wir Sylvester heuer nicht bei uns feiern, sondern bei den Potters. Ich meine, wir hätten das so und so gemacht, aber ich wollt mal höflich sein!“

 

„Natürlich! Wird sicher lustig!“, meinte Jake und Tori nickte heftig.

Musste das sein? James war nun wirklich der letzte Mensch den ich sehen wollte.

Okay, das stimmte nicht so ganz, Malfoy war noch unerwünschter…

 

„Ach ja, und Sirius hat auch Geburtstag. Ihr solltet ihm was kaufen, Jo, Tori!“, sagte Mom.

 

Jake freute sich total, denn er wollte unbedingt mit James über Quidditch reden. Freak.

Hilary war gar nicht begeistert. Sie wollte Sylvester vor dem Visionator 1ooo verbringen

 

Und ich? Es blieb mir ja wohl nichts anderes übrig…

 

 

* Semmelschupfer = einer der Blondinen bevorzugt xD

Tante GeeGee
Tante GeeGee
Matt Houston
Matt Houston
Onkel Nerman
Onkel Nerman
Cousin Albert
Cousin Albert
Cousine Carla
Cousine Carla
Cousine Emily
Cousine Emily
Tante Michelle
Tante Michelle
Onkel Robbie
Onkel Robbie
Tante Frida
Tante Frida
Grandpa Moreno
Grandpa Moreno
Grandma Moreno
Grandma Moreno
Grandpa Parker
Grandpa Parker
Grandma Parker
Grandma Parker
Grandpa Brown
Grandpa Brown
Grandma Brown
Grandma Brown
Grandpa White
Grandpa White
Grandma White
Grandma White