„Komm schon, Tori! Ein bisschen mehr Begeisterung, wenn ich bitten darf!“
Joana stand grinsend in weihnachtlicher Montur vor dem Sofa im Hause Parker.
Tori hing faul auf der Couch und wollte einfach nur schlafen.

„Jetzt hilf mir mal mit dem Christbaum! Hättest du gestern mit James und Sirius nicht so viel vom Feuerwhiskey probiert, wärst du jetzt fit. Und jetzt, auf, auf! Arriba, Muchacha!“, lachte Jo, während sich Tori gequält stöhnend die Schläfen massierte.

Glucksend und kichernd ging die junge Moreno wieder zu der großen Kiste mit dem Schmuck für den Tannenbaum.

Vor etwa einer Stunde waren Tori und Jo in Star’s Hollow angekommen. Natürlich mussten Tori und die beiden Weiberhelden Gryffindor’s den Anfang der Ferien feiern und schütteten sich mit Feuerwhiskey zu. Nun wünschte sich Toria, sie hätte dabei nie mitgemacht. Jo weigerte sich nämlich ihrer besten Freundin einen Anti – Kater Trank zu machen.

„Oh, Mann, Jo! Bitte, gib mir den Trank!“, jammerte Tori und verzog schmerzhaft ihr Gesicht, als Jo „Nein“ trällerte.
„Bihittehe!“, heulte Toria.

Joana erbarmte sich und machte Tori den gewünschten Trank.

„Du bist ein Schatz!“, rief die junge Parker erleichtert aus, als endlich die Kopfschmerzen verschwunden waren.
„Ja, ja, aber jetzt hilfst du mir!“, lächelte Joana.

Die beiden Gryffindor Mädchen hatten zum Schluss hin doch sehr viel Spaß gehabt.
Der Christbaum war nun fertig geschmückt und die beiden legten die Geschenke darunter. Anschließend gingen die zwei in Tori’s Zimmer.

„Ich geh zuerst duschen“, meinte Jo und begab sich in das angrenzende Badezimmer.
Die andere 15 – Jährige setzte sich derweil auf ihr Bett und begann ihre Maton – Gitarre zu stimmen. Es war ein Brauch, dass Toria und Joana zu Weihnachten Stille Nacht spielten und sangen.

Anders als bei den meisten Engländern feierten die Morenos und die Parkers schon am Heiligen Abend. Am Christtag kamen dann immer die Großeltern der beiden Mädchen. Es gab noch kein einziges Fest, das von diesen beiden Familien alleine gefeiert wurde.

Tori POV

Jo ging duschen. Ich setzte mich auf mein Bett, um meine Maton Cutaway zu stimmen. Jedes Jahr feierten wir mit den Morenos Weihnachten. Sogar am 25. Dezember, wenn alle Großeltern kamen, feierten wir gemeinsam. Im Prinzip waren wir eine große Familie.
Daddy und Joseph waren schon immer die besten Freunde gewesen. Aber auch Mom und Alena waren seit je her unzertrennlich.
Und so kam es, dass immer Full House war. Ich fand es toll!
Hilary und Jake waren vor etwa zehn Minuten per Flohnetzwerk angekommen. Die beiden hatte ich auch vermisst. Genauso wie meine Eltern und Joseph und Alena.

„Hey, du Träumerin!“, lachte Joana, als sie gerade aus dem Badezimmer kam. „Du kannst jetzt ins Bad!“
Nachdem auch ich mich gewaschen und angezogen hatte (bestehend aus einer grauen Jean und einem weißen Träger Top), gingen wir hinunter in unser Wohnzimmer. Mit unseren Gitarren, versteht sich.
Daddy und Joe zündeten die Bienenwachskerzen auf dem Baum mit ihren Zauberstäben an.
Meine beste Freundin und ich platzierten uns auf der Couch und als alle leise und erwartungsvoll auf uns sahen, fingen wir an sanft die Saiten zu zupfen.

Der Text des Liedes klang durch das Wohnzimmer.
Danach meinte Joe, als er in die Hände klatschte: „So, aber jetzt gibt’s Geschenke!“ Alle lachten. Alter Komiker, der!

Von Jo bekam ich eine Dose in Herzform mit einem Schloss. Sie hatte sich dieselbe gekauft.

„Wir befüllen sie mit sehr persönlichen Sachen, Ria, und du kriegst den Schlüssel von meiner Dose und ich den von deiner. Wenn es einmal einen Kerl gibt, der uns wirklich liebt, den wir auch abgesegnet haben, geben wir ihm den Schlüssel. Denn das Herz soll unser echtes darstellen.“
Aw, das war so herzig! HUG!
„Das ist wirklich total goldig, Jo! Danke! Aber jetzt bekommst du dein Geschenk!!“

Ich hatte ihr ein Fotoalbum gekauft und darin unser ganzes Leben festgehalten. Ich fand die Idee echt genial!
Hoffentlich dachte das auch Jo.
„Oh. Mein. Gott! Tori, du bist so genial! Das ist… das ist der blanke Wahnsinn!“

Lachend und quietschend fiel sie mir um den Hals.
Okay, es gefiel ihr eindeutig! Gott sei Dank. Wär echt blöd gewesen, wenn es nicht so wär.

Ha, ich lachte mich schlapp, als Joana das Geschenk von James aufmachte.
Der Kerl schenkte ihr doch tatsächlich ein Lebkuchenherz mit einem Gesicht drauf, das Jo anlachte: „Hey, Moreno, gehst du mit mir aus?“
Augenblicklich verfärbten sich Jo’s Wangen rosa-rot. Gleich darauf ließ sie sich nichts mehr davon anmerken und schimpfte los: „Diese Schleim – Scheißende – Bambus – Kröte! Was bildet sich der eigentlich ein?“
Wow, hat sie das jetzt tatsächlich gesagt? , dachte ich. Vielleicht sollte ich nicht immer mein Schimpfwörter Lexikon überall rumliegen lassen, überlegte ich.

„Joana!“, empört schnappte Alena nach Luft.
„Na wenn’s wahr ist…“, maulte Jo.

„Okay, ich bin jetzt mit Auspacken dran!“, wollte ich wieder die Stimmung kippen.
Schnell schnappte ich mir eines meiner Geschenke.
Allerdings bemerkte ich erst zu spät, dass es von James war.
Ich riss das Geschenkpapier auf und heraus fiel eine Packung Gummibärli.

Jo riss mir die Packung aus der Hand. Sie wusste, dass ich das Zeug hasste und sie stand es sich total darauf.
Ich wollte protestieren, aber sie hatte schon das Kärtchen, das darauf befestigt war, entdeckt und schoss mir die Gummibärli wieder zurück.
„Von dem Deppen will ich’s nicht!“, motzte sie.
Oh, Mann! Das konnte ja noch lustig werden!
Wieso war sie plötzlich wütend auf James?
Er hatte ihr doch gar nichts getan!


„Mann, Jo! Was ist denn plötzlich los mit dir? Was hat er dir denn getan?“, fragte ich.
Jedoch ohne eine Antwort zu bekommen, zischte Jo, ab.

Herzdose
Herzdose
Joana
Joana Moreno

Toria
Tori Parker