Der Rest des Sonntages verging langweilig.

Tori spielte mit James eine Runde Zaubererschach und sie fand es extrem lustig, wenn eine der Figuren zerbröselte, was James total auf die Palme brachte, da die Gryffindor somit immer absichtlich verlor und sich vor seine Figuren stellte.

 

 

Piep. Piep. Piep.

Na, Klasse, Hauptsache die Dinger funktionieren hier, dachte Tori genervt und schlug auf ihren Wecker ein, zumindest so, wie es ihre Müdigkeit zulassen wollte.

Sprich: Dem Wecker passierte wirklich überhaupt nichts!

 

„Torilein! Aufstehen! Die Sonne lacht über den Wolken und es ist der erste Schultag!“, flötete die, für Tori am Morgen unerträgliche, Stimme von Joana und plötzlich wurde ihr die warme Decke davon gezogen.

Murrend, da sie gegen ihre beste Freundin in der Früh, sowieso keine Chance hätte, stand sie, sich geschlagen gebend, auf und ging ins Badezimmer.

 

Verschlafen duschte sie kurz und trocknete ihre Haare anschließend mit dem Zauberstab.

Sie putzte sich die Zähne und schminkte sich ein bisschen.

Danach zog sie, die für sie grässlichste, Schuluniform an und packte ihre Schultasche.

 

„Komm, das Frühstück wartet nicht!“, lachte Joana und zog die immer noch verschlafene Tori aus dem Schlafsaal in Richtung Gemeinschaftsraum.

 

Heute am Nachmittag würden sie zu Dumbledore gehen und ihn fragen, ob Ruby zu ihnen ziehen dürfte.

 

Wie immer aß Tori zuerst Müsli und dann noch drei Butter-Marmeladen-Brote.

 

„Also was haben wir jetzt?“, wollte Joana von Remus wissen, der mal wieder in ein Buch vertieft war.

„Ähm, ich glaub Verwandlung, nein Zauberkunst! Genau wir haben jetzt Zauberkunst!“, murmelte er und war keine Sekunde später wieder in den Seiten seines Buches verschwunden.

 

„Bäh, Zauberkunst!“, murrte James, der nicht weniger verschlafen dreinsah, wie Tori und Sirius.

 

„Ach, kommt schon Leute! Heute ist ein wunderschöner Tag! Seht doch mal nach draußen!“, grinste Jo vor sich hin und deutete aus dem Fenster.

Tori folgte der Richtung, blickte dann aber schnell zu Jo, um sie mit einem skeptischen und zweifelnden Blick anzusehen.

„Grau in grau?“, wollte sie ungläubig wissen.

„Ja, okay, vielleicht ist das Wetter jetzt nicht so schön, aber dafür ist heute der erste Schultag, ich bin ja schon so gespannt wie die Lehrer alle sind! Hoffentlich sind sie nett, oh Gott, Tori, was ist wenn sie mich nicht mögen? Wenn ich total schlecht in dem Fach bin? OH MEIN GOTT! Ich will wieder ins Bett, Tori, darf ich?“, Jo sah ihre beste Freundin flehend an. Die Unterlippe hatte sie vorgeschoben.

 

Die junge Parker aber grinste sie bloß an und meinte: „Ach was, mehr als Strafarbeiten aufbrummen und dich von der Schule schmeißen können sie nicht.“

„WAS?“

„Keine Sorge, Jo, die werden dich alle total mögen! Außerdem bist du das total Superhirn!“

„Ja, klar, das hat man bei meinen letzten Abschlusszeugnissen gesehen! In Zaubertränke hatte ich nur ein Erwartungen übertroffen!“, Nun wurde Joana schon beinahe hysterisch und Tori verdrehte die Augen.

 

„Okay, nimm die Papiertüte und ganz tief ein und aus atmen! Gleich ist alles wieder gut!“

Tori reichte ihrer besten Freundin eine braune Papiertüte, die sehr verdächtig nach einem Kotzbeutel aussah und Joana atmete tief ein und aus.

 

Die Jungs und Ruby sahen die beiden beinahe geschockt an.

 

„Was denn?“, wollte Tori schulterzuckend wissen.

 

„Hat Jo das öfter?“ „Was? Stimmungsschwankungen? Oh ja!“, lachte sie.

„Nein, ich meine, dass sie hyperventiliert“, wollte Ruby wissen.

 

„Ach was, das war ja noch gar nichts! Da musst du sie mal vor ‘nem Test oder so was erleben! Tja ich hab meine Wutanfälle und sie hat ihre Hyperventilation.“ Schulterzucken seitens der jungen Parker.

 

„Das war noch gar nichts?“ James war sichtlich geschockt.

„Ja, aber sie hat sich dann schneller wieder unter Kontrolle, bevor sie…“, den Rest des Satzes konnte niemand mehr verstehen, da sie so leise sprach.

 

Die anderen sahen sie nur fragend an, jedoch beließ Tori es bei dem, was sie bereits gesagt hatte.

Die sechs beendeten ihr Frühstück und begaben sich dann auf den Weg zum Zauberkunstklassenzimmer.

 

„Na wenn das nicht die neuen Blutsverräter sind!“

Sie waren gerade bei der Tür angekommen, als hinter ihnen eine schleimige und hochnäsige Stimme zu sprechen begann.

 

„Also wenn du uns meinst, dann ja. Und mit wem haben wir das Vergnügen?“, wollte Tori stirnrunzelnd von dem blonden großen Jungen mit Slytherin Umhang wissen.

„Malfoy. Lucius Malfoy.“

„Kenn ich nicht, hört sich an wie ein schwuler Friseur für Katzen und Hunde!“, grinste sie ihn an.

Sein selbstgefälliges Grinsen erstarb augenblicklich und er fauchte, wohl ziemlich wütend: „Was bildest du dir eigentlich ein, du kleine Schlampe?“

 

„Aber, aber, Mr. Malfoy, wer wird denn da gleich ausfällig werden?“, meinte sie in tadelndem Ton.

 

„Tori, ich glaub, du solltest das lieber lassen. Der sieht nicht so aus, als ob er zu Scherzen aufgelegt ist“, murmelte ihr Joana ins Ohr.

 

„Hör besser auf deine Freundin, Parker. Das wirst du noch bereuen, dass du den Namen der Malfoy’s so in den Schmutz gezogen hast!“, zischte er und verschwand im Zauberkunstraum.

 

„Tori, das war keine gute Idee. Malfoy ist nicht gerade der liebenswerteste Zeitgenosse den es gibt.“, sagte Sirius besorgt.

„Ach, was. Ich werd doch mit so einem Kerl fertig werden!“

 

Sie grinste und zuckte die Schultern.

 

Jedoch nichts ahnend, dass sie mit der letzten Aktion mehr ins Rollen gebracht hatte, als sie dachte.