Es war Donnerstag und ich war gerade auf den Astronomieturm gekommen. Meine beste Freundin Jo saß mit Remus in der ersten Reihe. Da ich mich strikt dagegen weigerte mich auch in die erste Reihe zu setzen, saß ich nun in der vorletzten. Und das allein. Okay, ich musste zugeben, dass die Glocke noch nicht einmal geläutet hatte. „Kann ich mich zu dir setzen?“ Ich sah auf und sah in das grinsende Gesicht von Luca McGowan. „Klar, setz dich!“, sagte ich sogleich und räumte mein Zeug von seinem Stuhl. „Danke“, meinte er und packte seine Sachen aus. 

Dann drehte er sich zu mir und fragte lächelnd: „Unser Date für übernächste Woche steht noch?“ „Na, klar. Wieso nicht?“, meinte ich. Er zuckte aber nur mit den Schultern und grinste. Sein Lächeln machte mich wahnsinnig. 

„Erzähl mir was von dir!“, forderte ich ihn auf. „Okay...“, er sah nachdenklich auf den Tisch und sagte dann: „Ich bin 17 Jahre alt, wohne in Torquay in Devon, habe drei Geschwister, die allerdings alle älter sind als ich und somit bereits aus Hogwarts draußen sind. Meine Mutter ist aus El Salvador, mein Vater ist Engländer. Ich liebe das Meer. Ich habe einen Golden Retriever namens Sam, der ist aber zu Hause. Ja, das war es eigentlich schon von mir! Jetzt will ich aber auch etwas von dir wissen.“ Er grinste mich an und lehnte sich lässig zurück. 

„Ich bin sechzehn, wohne in Budleigh Salterton, meine Mom ist aus Marokko mein Dad aus England, ich habe eine Schwester, aber eigentlich zählen meine beste Freundin und ihr Bruder auch zu meiner Familie. Und ich habe einen Waschbären namens Lenny.“ 

„Guten Morgen, Schüler! Heute werdet ihr in Gruppenarbeiten etwas über einzelne Sternbilder heruasfinden. Bitte arbeitet mit eurem Sitznachbarn zusammen. Ich möchte kein Chaos. Ich werde nun jeder Gruppe ein Sternbild zuteilen und eure Aufgabe wird sein so viel wie möglich darüber herauszufinden. Moreno und Lupin. Ihr werdet Lacerta bearbeiten. Hunt und Morgan. Aquila. Black und Potter. Hercules.“ Die Professorin zählte alle auf, bis sie auch bei mir und Luca angekommen war. „McGowan und Parker. Delphinus. So, da nun alle eingeteilt worden sind. Ihr könnt die Bibliothek benutzen. Ihr habt die ganze Doppelstunde Zeit dafür. Am Ende der Einheit gebt ihr mir die Rolle Pergament ab, damit ich sie bewerten kann.“ 

„Delphinus. Das passt ja, wenn du das Meer gerne hast“, lächelte ich ihn an und er nickte. „Ja, das stimmt.“ Wir machtne uns auf den Weg zur Bibliothek und suchten uns eine ruhige Ecke. Anschließend suchten wir uns einige Bücher zusammen, damit wir mit der Aufgabe beginnen konnten. 

Ich musste feststellen, dass Luca nicht um sonst in Ravenclaw war. Er war wirklich intelligent. Bereits nach anderthalb Stunden waren wir mit unserem Sternbild fertig und gaben es der Professorin ab. „Also, wenn das kein Ohnegleichen ist, Mr. McGowan, dann weiß ich auch nicht“, zwinkerte die Lehrerin Luca zu. 

„Hast du Hunger?“, fragte ich ihn und er nickte grinsend. Ich zeigte ihm die Küche. Er wusste gar nicht, wo sich diese befand. An diesem Tag hatte ich wirklich viel Spaß und ich mochte Luca schon jetzt. Er war wirklich lieb. Die Vorfreude auf unsere Verabredung wurde immer größer. 

Am Abend saß ich mit Tony und Jo auf einer Couch im Gemeinschaftsraum. Tony telefonierte mit seiner Mutter per Fungphon, Joana las in einem Buch und ich starrte zufrieden mit mir und der ganzen Welt ins Kaminfeuer. „Sag mal, Tori“, meinte Tony, als er das Gespräch mit Mrs. DiNozzo beendet hatte. „Hm?“, fragend sah ich ihn an. „Der Ravenclaw hat es dir angetan, nicht wahr?“ Er grinste. Ebenso wie ich. „Pass nur bitte auf. Nicht, dass er wieder so ein Arsch ist wie du weißt schon wer.“ Ich nickte und lächelte wieder das Feuer an. 

Das Hogsmeadewochenende rückte immer näher und ich freute mich von Tag zu Tag mehr. Am Samstagmorgen stand ich freudig auf und ging zu meinem Schrank. Alle anderen waren auch schon wach und wuselten herum. Alice ging wieder mit Frank nach Hogsmeade, aber Jo und Ruby zogen es vor allein ins Dorf zu gehen. Und ich war ja mit Luca verabredet. 

„Was um Himmels Willen soll ich bloß anziehen?“ „Es ist überhaupt nicht kalt draußen. Es reicht ein Top und vielleicht eine Weste“, meinte Alice, die schon fertig war und nun auf ihrem Bett saß. Ich nickte und zog ein geblümtes TankTop aus dem Schrank. „Nimm die schwarze Hose dazu“, warf Ruby in die Runde. Erneutes Nicken meinerseits. „Okay. Und dazu eine weiße Strickweste und die weiße Uhr.“ Jo stand fachmännisch neben mir und reichte mir alles. Ich hatte wirklich tolle Freundinnen, dachte ich lächelnd. „Noch die weißen Ohrringe und deine Kette, außerdem die braunen Ballerinas und du bist fertig“, grinste mich Alice an und zeigte zu meinen Schuhen. Perfekt! Mal wieder hatten mir meine Freundinnen aus einer Patsche geholfen.

Etwas aufgeregt ging ich die Treppen Richtung Eingangshalle hinunter. Luca lehnte an einer Säule und als er mich erblickte lächelte er mich an. Grinsend ging ich zu ihm. „Hey“, lächelte ich ihn an. „Du siehst toll aus“, meinte er, nahm meine Hand und drehte mich einmal. Ich lachte. „Danke, du siehst auch nicht übel aus.“ Er sah wirklich verdammt gut aus in seiner schwarzen Jean und seinem schwarzen Hemd. 

Wir machtne uns auf den Weg hinunter ins Dorf. „Und was hast du heute mit mir vor?“, lächelte ich ihn an. Auch er setzte ein Schmunzeln auf und sagte: „Lass dich überraschen.“ Er zwinkerte mir zu und hielt mir seinen Arm hin, den ich auch sogleich ergriff. Und ich dachte die Gattung Gentleman wäre ausgestorben...

„Ich dachte wir gehen erstmal in den Dreibesen, was hältst du davon?“ „Klar, finde ich gut“, antwortete ich und wir betraten das Lokal. Wie immer an den Hogsmeadewochenenden war es überfüllt. Dennoch fanden wir einen kleienn Tisch in einer Ecke. „Butterbier?“, fragte mich Luca und ich nickte lächelnd. Er stand auf und holte die Getränke. Derweil sah ich mich um. Es waren haupstächlich Schüler in den Dreibesen. So auch die Rumtreiber, die ich an einem der näher gelegenen Tische erkannte. James und Remus spaßten gerade, während auf Sirius ein menschlicher Saugnapf hing. Ich schüttelte missmutig den Kopf und lächelte Luca an, der mit zwei Gläsern kam. 

„Du bist ja erst seit einem Jahr hier auf Hogwarts, hab ich Recht?“, fragte mich Luca und nahm einen Schluck aus seinem Glas Butterbier. Ich nickte. „Ja, zuvor war ich in Salem in den Staaten. Aber mittlerweile bin ich ganz froh hier zu sein. Es gefällt mir hier.“ Er lächelte mich an und stellte sein Glas wieder auf den Tisch. „Und hast du - hast du einen Freund?“, wollte er dann leise und beinahe kleinlaut wissen. „Nein. In meinem Haus gibt es hauptsächlich Idioten.“ „So wie Black?“, meinte er und ich nickte wiedereinmal. „Ja, besonders Black.“

Wir sprachen über Merlin und die Welt und musste tatsächlich feststellen, dass wir viele Gemeinsamkeiten hatten. Luca liebte Musik. Er spielte Klavier. Und liebte es zu tanzen. „Na, wenn das so ist, können wir beide ja gemeinsam auf den Halloween Ball gehen“, grinste ich ihn an und zwinkerte ihm kokett zu. „Auf jeden Fall müssen wir gemeinsam zu dem Ball gehen“, sagte er ernst, lächelte aber gleich darauf wieder. 

Nachdem wir fertig getrunken hatten und etwa eine Stunde bloß dagesessen haben und geredet haben, standen wir auf, Luca bezlahlte für uns beide und wir gingen auf die Straße. „Möchtest du spazieren gehen?“ „Gerne.“ Mein Lächeln war nicht mehr aus dem Gesicht zu bekommen. Wieder hakte ich mich bei ihm ein und wir gingen an den Schaufenstern vorbei. 

Es machte wirklich Spaß mit Luca Zeit zu verbringen. Er war witzig, charmant, hilfsbereit, lieb, nett, freundlich, höflich - einfach alles, was das Herz begehrt! Ich konnte es noch immer kaum glauben, dass ich bereits ein Date für den Ball hatte und das auch noch mit einem Superkerl wie Luca! Ich hatte nun endlich den Jackpot gekackt, dachte ich lächelnd, als mir Luca etwas über das Boot, das seine Eltern besaßen, erzählte. 

„Der Tag mit dir war wirklich schön gewesen“, sagte ich, als mich Luca zum Gryffindor Gemeinschaftsraum gebracht hatte. „Danke“, ich stellte mich auf die Zehenspitzen und beugte mich zu ihm vor. Leicht küsste ich ihn auf die Wange und trat einen Schritt von ihm weg. „Bis bald, Tori“, lächelte er mich an und drückte einmal meine Hand. 

„Junge Liebe“, sagte die fette Dame hinter mir. „Sie haben mich jetzt aber erschreckt“, lachte ich und nannte ihr das Passwort. Noch immer lächelnd betrat ich unseren Gemeinschaftsraum, bemerkte, dass keine meiner Freundinnen hier unten war und ging in unseren Schlafsaal. So glücklich war ich lange nicht gewesen. 

Lenny lag auf meinem Bett und schlief. Grinsend nahm ich ihn, legte mich aufs Bett und kuschelte den kleinen Bären neben mich. In meinem Nachtkästchen vibrierte mein Fungphon und ich nahm es heraus. In der Mitte stand:

Luca McGowan

Gute Nacht, Tori.
Süße Träume.
Dein Luca.

Ich schrieb sofort zurück:

Danke. Die wünsche ich dir auch.
Deine Tori.

Selig und mit Lenny im Arm schlief ich ein.