Am 1. September 1976 war der Bahnsteig 9 3/4 des Kings Cross  gefüllt mit jungen Hexen und Zauberern. Alle wollten in den Hogwarts Express, damit sie endlich wieder in die Schule kamen. Das Schloss war für die Schüler wie ein zweites zu Hause, da sie die meiste Zeit des Jahres dort verbrachten. So freuten sich auch Joana Moreno und Tori Parker auf das neue Schuljahr. Die beiden würden nun in die sechste Klasse gehen, aber sie würden erst das zweite Jahr auf Hogwarts    antreten. Die Jahre zuvor waren sie auf Salem, dem Hexeninstitut in den USA, allerdings wurde diese Schule neu »aufgesetzt« und so wollte die Direktorin,   Professor Gorsemore, dass die beiden Mädchen von nun an eine neue Schule    besuchen konnten. Die zwei waren Gryffindors, gemeinsam mit Ruby Greenwood und Alice Baker lagen sie in einem Schlafsaal. Alice’ Freund lag mit Tori’s besten Freund in einem Zimmer. Mit Tony DiNoso. Dieser ging ursprünglich auch nach Salem, aber in das Zaubererinstitut. Durch einen Unfall, in den Tori verwickelt war, fiel er ins Koma und schlief gute zwei Jahre. Da er weiter mit seinen beiden besten Freundinnen zur Schule gehen wollte, kam auch er nach Hogwarts. In Gryffindor gab es noch vier weitere männliche Schüler der sechsten Jahrgangsstufe. Drei   davon waren ebenso mit Joana und Tori befreundet, Sirius Black, James Potter und Remus Lupin. Sie galten als die Unruhestifter des Schlosses und waren berühmt berüchtigt. Die meisten Schüler sahen zu ihnen auf, die Slytherins jedoch hassten sie wie die Pest. 

»Hey, Tori! Ich hab dich vermisst«, sagte Ruby und umarmte das Mädchen. Diese lachte: »Ich dich auch.« Die vier Gryffindors suchten sich ein Abteil im Hogwarts Express. Die meisten Abteile waren bereits besetzt, aber schlussendlich fanden die Mädchen noch ein leeres. 

»Und? Wie waren deine Ferien, Alice?«, wollte Joana wissen. »Ich war mit Frank in Italien. Es war so schön! Ich habe mich wie verheiratet gefühlt, ehrlich!«, schwärmte sie. Sie erzählte, was sie alles gemacht haben, wo sie überall waren und was sie alles gegessen haben. Tori sah aus dem Fenster und erblickte        sogleich Sirius Black, der mit seinem allerbesten Freund James Potter den    Bahnsteig betrat. Sie war eigentlich in ihn verliebt, aber seit letztem Jahr wusste sie das nicht mehr so genau. Er hatte sie wirklich verletzt mit seinem Verhalten! Und so schnell würde sie bestimmt nicht Kleinbei geben. Im Sommer hatte sie einen ganz netten Jungen kennengelernt, als sie mit Jo auf Teneriffa war.       Scheinbar hatte er sich in sie verliebt, aber für sie war er nicht mehr als eine nette Urlaubsbekanntschaft. Sie schrieb allerdigns noch immer Briefe mit Neil. Er war übrigens ein Muggel. »Wie geht es dir eigentlich mit deiner Bint Maat Pubertät,   Tori?«, wollte Ruby wissen. »Naja, ich hab da jetzt so einen Trank bekommen, den ich jeden Tag einnehmen muss. Wenn ich das mache, ist es nicht so schlimm.« »Na dann ist ja gut«, lächelte sie. 

Die große Halle war hell erleuchtet. Es waren soviele Kerzen wie noch nie angezunden und es roch nach allerlei Speisen. Bevor die Schüler sich auf das leckere Essen stürzen konnten, wurden die Schüler der ersten Klassen ihren Häusern zugeteilt und dann hielt Professor Dumbledore seine alljährliche Willkommensrede. 

»Da nun alle Neulinge in den Häusern Gryffindor, Ravenclaw, Hufflepuff und Slytherin untergebracht wurden, möchte ich noch einige Worte sagen: Dieses Jahr werden alle Schüler einer Untersuchung unterzogen, da das Ministerium fordert, dass die Schulen über die Gesundheit ihrer Schüler informiert sein soll. Da morgen sowieso Sonntag ist, wird dies morgen auf der Krankenstation stattfinden. In den Gemeinschaftsräumen wurden Pläne aufgehängt, wann welcher Jahrgang untersucht wird. Und nun: Lasst es euch schmecken!« Die Schülerschaft klatschte und stürzte sich auf die wundervoll trapierten Speisen, die die Hauselfen von Hogwarts zubereitet haben. 

Alice fand die Idee mit den Kontrolluntersuchungen wohl nicht sehr ansprechend, denn sie meckerte lauthals über Dumbledore und das Ministerium. Tori war das  halbwegs egal, ihr war in dem Moment nur wichtig, soviel von der Lasagne wie möglich auf ihren Teller zu laden. Sie hatte riesen Hunger, denn die letzte Mahlzeit, die sie zu sich genommen hatte, war, als sie am Anfang der Zugfahrt ihr Lunchpaket vernichtete. 

Der nächste Tag begann damit, dass Joana ihre beste Freundin aus den Federn schmeißen musste. »Komm schon, Tori! Du kannst doch nicht den ganzen Tag im Bett verbringen. Du hättest gestern Nacht den Ausflug auslassen sollen, ehrlich!« Mittlerweile stand das blonde Mädchen im Bett ihrer Freundin und versuchte diese zu wecken. Noch immer ohne Erfolg. Sie blickte sich im Zimmer um. Alice und Ruby waren schon seit einer Stunde wach. Immerhin war es bereits zehn Uhr vormittags. »Bitte, Tori! Wenn du nicht gleich aufstehtst, hol ich Sirius und der soll dich dann aus dem Bett schmeißen. Mann!« Bei diesem Satz war das braunhaarige Mädchen sofort wach. Das wollte sie nun wirklich nicht riskieren. Außerdem hatte sie schon      gewaltigen Hunger. »Musst du so einen Krach machen?«, grinste sie ihre beste       Freundin an uns schwang ihre Beine von der Matratze. »Ich steh ja schon auf!« Jo schüttelte bloß schmunzelnd den Kopf. 

»Okay, ich werde heute gleich zu McGonnagal gehen um ihr zu sagen, welche Fächer ich dieses Jahr belegen werde.« »Was machst du denn?«, fragte Remus. »Hmm, Kräuterkunde, Verwandlung, Pflege magischer Geschöpfe, Verteidigung, Zaubertränke, Zauberkunst und Astronomie.« »Hab dieselben Fächer, bloß ein paar mehr.« »Mann, Moony, du bist vielleicht ein Streber.« »Es kann ja nicht jeder so ein extremer      Faulsack wie du sein«, sagte Tori und stocherte in ihrem Müsli herum. Sirius sah sie sprachlos an. Er wusste ja, dass sie noch immer auf ihn sauer war, aber doch so sehr, damit hatte er auf keinen Fall gerechnet. Tony grinste und biss in seinen Erdnussbuttertoast. Er war Sirius ein Dorn im Auge. Immerhin verbrachte er viel Zeit mit Tori und er wusste wirklich nicht, was wirklich zwischen den beiden lief. 

Die Eulen kamen in die große Halle geflogen und es landete eine bei Tori, die ihr   einen Brief brachte. »Schon wieder ein Brief von Neil?«, fragte Jo grinsend und ihre beste Freundin nickte schmunzelnd. »Ja, ich wusste gar nicht, dass die Muggelpost so schnell ist, immerhin bekomm ich zwei Mal pro Woche einen neuen Brief von ihm.« 

»Muss noch was erledigen«, sagte Sirius schlecht gelaunt, stand ruckartig vom Tisch auf und verließ die Halle. Tori zuckte mit den Schultern und meinte: »Wann kommen wir zur Untersuchung dran?« »In einer halben Stunde«, meinte James, der noch immer seinem besten Freund nachsah.