„Also, Ruby, das ist unser Reich!“, sagte Joana und Ruby besah sich staunend das Zimmer.

 

„Wow. Also das hätt ich echt nicht gedacht, dass unser Dumbledore so großzügig ist!“

„Naja, ich glaub der hat uns auch eher damit bestochen“, grinste Tori.

 

„Ja, das glaub ich auch“, meinte Jo und setzte sich auf ihr Bett.

 

„Also, Jo, holst du das ganze Mädelsabend-Zeug raus?“

„Klar.“

 

Joana ging in Richtung des Kleiderschrankes und machte ein Geheimfach auf.

Darin waren Knabberzeug, Nagellack, Masken und so weiter, versteckt.

 

Grinsend kam sie wieder und setzte sich zu den anderen beiden auf den Boden.

Sie banden sich ihre Haare zusammen und schmierten sich gegenseitig die Masken ins Gesicht.

 

„Also, Jo! Du fängst an! Irgendwelche Schwächen für einen Kerl?“, wollte Ruby ganz unschuldig wissen.

Man sah sogar durch die Maske hindurch, dass sie rot anlief.

Sie schüttelte ihren Kopf und sagte: „Nein.“

„Ach, ist das so?“ Tori grinste sie an.

„Ja, das ist so!“

 

„Na dann hast du bestimmt nichts dagegen wenn wir aus dem Mädelsabend ne kleine Party machen und die Jungs holen, hab ich recht?“

„NEIN!“

„Ach, und wieso auf einmal?“ Tori kugelte sich schon auf dem Boden vor lauter lachen.

„So, halt.“

 

„Jo, gib‘s doch einfach zu. James hats dir angetan!“, sagte Ruby und sah ihre neu gewonnene Freundin mit hochgezogenen Augenbrauen an.

„Oh, ja. Ihr habt so Recht! Der Kerl macht mich echt wahnsinnig! Ich mein ist das normal, wenn man beim Frühstück neben ihm sitzen will nur, dass er mich vielleicht zufällig berührt?“

 

Tori lächelte ihre Freundin an.

So hatte sie noch nie über einen Jungen gesprochen.

 

„Und was ist mit dir und Sirius, Tori?“, grinste Jo ihre beste Freundin an.

„Wir sind Freunde.“, zuckte sie mit den Schultern.

 

„Na, klar. Hatten wir das nicht schon heute in der Früh? Merlin ist mein Opa!“, lachte Jo.

 

„Na, wenn’s aber so ist. Der will bestimmt nichts von so einer wie mir wissen!“

„Oh, Mann. Die Selbstzweifel lassen grüßen, sie veranstalten ne Party in Tori’s Hirn!“

 

„Ja. Mann, Tori, du bist so hübsch. Du hast wunderschöne Haare, Augen und ein total schönes Gesicht! Und das wichtigste: einen klasse Charakter! Ich mein, okay du kennst ihn erst zwei Tage, aber trotzdem! Du. Bist. Nicht. Schirch.“, sagte Ruby in einem Ton, der dem von der McGonnagal ziemlich ähnlich kam.

 

„Trotzdem!“

 

„Nein, nichts trotzdem!“

„Aus. Schluss. Zahnpasta!“

 

„Okay, also da ihr zwei mich jetzt genug von meinen Selbstzweifel „befreit“ habt, wie steht‘s mit dir und Remus?“, wollte dann die junge Parker von Ruby wissen.

 

Diese wurde rot und zog den Kopf ein.

 

„Okay, ich gebs ja zu! Ich steh auf ihn. Und das schon seit der Ersten!“, sagte sie dann und lief unter der Maske so rot wie das T-Shirt, das sie anhatte, an.

 

„Also, da Ruby die einzige ist, die es gleich zugegeben hat. Fangen wir auch bei ihr als erstes mit Verkuppeln an!“

 

„Nein, niemand wird irgendwen mit irgendwen anderen verkuppeln!“, meinte Ruby dann sofort panisch.

 

„Aber, der Kerl ist doch total blind!“, beschwerte sich Tori.

 

„Tori, wenn sie es nicht will, dann lass es. Du weißt ganz genauso gut wie ich, dass das gewaltig in die Hose gehen kann, wortwörtlich.“, grinste Jo, als sie daran dachte.

 

Es war in ihrem zweiten Jahr auf Salem.

Tori und Jo hatten schon seit einiger Zeit bemerkt, dass Professor Millers und Professor Meyers mit verliebten Blicken um sich warfen, wenn sie sich sicher waren, dass der andere nichts merkte.

 

Nun ja, das war das erste Mal, dass Tori die Bibliothek betrat, denn sie suchte einen Zauber, mit dem sie die beiden Verliebten verkuppeln konnte.

Sie fand sogar den richtigen Zauber, allerdings schrieb sie sich den Falschen auf.

Statt, dass sich die beiden fanden, bekamen beide Durchfall und mussten eine ganze Woche lang auf der Krankenstation verbringen.

 

 

Die drei redeten noch eine ganze Weile, bis sie bemerkten, dass es schon sechs Uhr morgens war.

Sie wollten um diese Zeit nicht mehr schlafen gehen, also gingen die Grazien hinunter in die Küche, wo sie einmal so richtig frühstücken wollten.

 

Wie immer aß Tori Müsli mit Joghurt und Früchten.

Müsli am Morgen, vertreibt Kummer und Sorgen.

 

„Tori, was war das gestern eigentlich beim Frühstück?“, wollte Ruby nach einiger Zeit wissen.

 

„Ich verlier gern mal die Kontrolle über mein Temperament“, sie zuckte mit den Schultern und starrte in die Müslischüssel.

 

Ruby sah sie zweifelnd an, denn sie glaubte nicht, dass das die ganze Wahrheit war.

Als sie merkte, dass Jo sie ansah, schüttelte diese den Kopf und Ruby sah wieder in ihre Kaffeetasse.

 

Etwas stimmte mit den beiden nicht und sie schwor sich, dass sie es herausbekommen würde.