Ich machte mir wirklich Sorgen um Tori. Sie war in letzter Zeit wirklich still geworden und das war wirklich seltsam für meine beste Freundin. Immerhin war doch immer sie diejenige, die alle anderen auf Trab hielt und die nie Ruhe gab. Selbst im Schlaf redete sie. Klar hatte sie mir von dieser komischen Bint Maat Phase erzählt aber so ganz war ich mir nicht sicher, ob es nur das war. Es kam wahrscheinlich gerade alles zusammen: Tony war wieder da, dieses Bint Maat Ding, Berufswahl, dann war da noch Sirius, der ihr offensichtlich das Herz gebrochen hat (sie hatte mit mir noch nicht richtig darüber gesprochen) und viele andere Dinge, die ihr zu schaffen machten. Für meine “Schwester” war es zur Zeit nicht leicht und ich fühlte mit ihr mit, auch wenn sie kaum einen an sich ran ließ. Am Ostertag hatte sie sich komplett von den anderen abgeschnitten und war ganz alleine spazieren gegangen, ohne jemandem Bescheid zu geben. 

Ich hoffte wirklich, dass Tony sie wieder etwas aufmuntern konnte. Außerdem würde das Schuljahr nicht mehr lange andauern und dann würden wir zwei nach Teneriffa flohen und einfach alles um uns vergessen. Darauf freute ich mich wirklich schon sehr. Und ich hoffte Tori auch. 

Im Hogwarts Express saßen Tori und ich allein in einem Abteil. Sie hing ihren Gedanken nach und ich zupfte ebenso gedankenverloren an meiner Gitarre herum. Ich war etwas verwirrt. Wegen James. Auf der anderen Seite war ich aber auch extrem glücklich und zufrieden. Am Morgen des Ostersonntags hatte ich nämlich einen Brief bekommen. Man konnte sich nun denken von wem! Genau. Von Mister Universum - James - Potter. Er schrieb, dass er mir schöne Ostern wünscht und hofft, dass ich schöne Ferien gehabt hatte und, dass er sich freut mich am nächsten Tag wieder zu sehen. Ich musste ehrlich zugeben, dass ich wirklich überrascht war von diesem Brief. Man bekam ja nicht alle Tage solch nette Worte gesagt! Ich fand ihn ja schön echt süß, auch wenn er des öfteren ein rießen Rindvieh sein konnte. Außerdem sah er mördermäßig gut aus, das durfte man auch nicht außer Acht lassen...

Als wir beim Schloss angekommen waren, wollte Tori nicht mit in die Große Halle, sie ging schon in den Schlafsaal hoch, sie meinte, sie hätte keinen Hunger. Ich konnte mir das, ehrlich gesagt, nur sehr schwer vorstellen. Meine beste Freundin und keinen Hunger? Ich würde ihr auf alle Fälle später etwas nachbringen, denn ich wollte ja nicht, dass sie verhungerte. Mit Alice und Ruby setzte ich mich zu den Jungs. Da ich mir nichts bei der alten Süßigkeiten Tante im Zug genommen hatte, hatte ich bereits mächtigen Kohldampf. Es gab Paprikahuhn und ich liebte Paprikahuhn abgöttisch!

Bald mussten wir anfangen für unsere ZAGs zu lernen, die würden nämlich bereits im Mai beginnen und ich wollte wirklich nicht durchfallen. Das wäre das letzte gewesen, das ich wollte. James und Sirius würden wahrscheinlich nichts lernen, so wie ich sie kannte. Die beiden hatten noch für keinen einzigen Test gelernt. Sie taten nicht mal so! Aber das beste war, dass sie wirklich gute Noten schrieben. Ich konnte so etwas nicht verstehen. Echt nicht. Andere mussten schuften um Erfolge zu haben und die beiden sind einfach nur faul und hecken irgendwelche Streiche aus, während andere büffeln bis ihnen die Birne raucht. Frechheit. Ich musste mir jetzt wirklich überlegen, was ich werden wollte. Denn immerhin musste ich dann für die entsprechenden Fächer Bestnoten schreiben. Die meisten Lehrer verlangten ein Ohnegleichen oder ein Erwartungen übertroffen. 

Nach dem Essen, ich hatte den Nachtisch ausfallen lassen, hielt mich James noch zurück. „Was gibt’s denn?”, fragte ich ihn und er grinste mich an. „Wollte dich eigentlich nur fragen, ob du vielleicht mit mir noch an den See gehen willst. Ich kenn’ da so einen Zauber, mit dem man das Wasser erwärmen kann”, sagte er und deutete nach draußen. Bei so einem Angebot konnte ich natürlich nicht nein sagen!