Ich verstand es überhaupt nicht, warum Pears und Fletcher die Karte des Rumtreibers geklaut hatten. Ebenso wenig verstand ich wieso sie den Rest auch hat mitgehen lassen. Eigentlich versteh ich die beiden generell nicht. Die spinnen ja, wenn man mich fragen würde, was ja nicht allzu viele zu machen scheinen.


“Pad, was ist jetzt?”, fragte mich James und deutete auf das Buch in meinen Händen. “Ich verbrenns!”, war meine geistreiche Antwort auf Prongs’ Frage. “Ah ja. Mach es aber, bevor dich Tori besuchen kommt, beziehungsweise Jo dich umbringt.” “Danke für deinen Rat”, meinte ich sarkastisch. “Ich mein ja nur, Pad, Jo ist bloß sauer auf dich wegen diesem blöden Buch. Wieso legt man soetwas überhaupt an?” “James hat Recht, Sirius, das war eine echt, tschuldigt, beschissene Idee von dir”, gab nun auch noch Remus seinen Senf dazu.

“Danke für eure Unterstützung. Bessere Freunde als euch kann man echt nicht haben!” “Komm schon, Pad, jetzt spiel nicht die beleidigte Leberwurst.”

“Ich geh spazieren”, sagte ich, schnappte mir das Burn Book und meinen Zauberstab und verschwand so schnell es ging aus meinem Schlafsaal. Bei aller Liebe, aber die zwei waren richtige Blödmänner.


Wie ein gehetztes Huhn rannte ich durch die Geheimgänge in Richtung Eingangstor des Schlosses. Manchmal fragte ich mich wirklich, warum diese beiden Idioten eigentlich meine besten Freunde waren. Natürlich, ich wusste es. Weil man jeden Scheiß von ihnen haben konnte. Aber zeigte diese Reaktion von gerade eben nicht, dass sie wahnsinnig tolle Freunde waren? Und vor allem WAHRE Freunde waren? Eigentlich kamen sie mir nicht so vor wie Kumpels. Eher wie Brüder und Brüder streiten. Also müsste alles completti paletti sein, oder nicht?


Das Wetter war heute wirklich schön. Es war angenehm warm, die Sonne schien und es hingen bloß vereinzelte Wolken am Himmel. Gezielt steuerte ich zur alten Eiche, wo wir immer saßen. Ich bemerkte das braunhaarige Mädchen, das ebenfalls dort saß erst zu spät, als sie mich schon erkannte. “Hi, Sirius! Wunderschöner Tag nicht?”, grinste sie mich an. Oh Mann..., und ich mein Burn Book mit, ganz toll. “Mhm”, gab ich Tori zur Antwort. “Was ist denn los?”, wollte sie sogleich beinahe besorgt wissen. Sirius Orion Black, reiß dich verdammt nochmal am Riemen, du hast sie geküsst, du hast mit ihr geschlafen, da ist es ganz normal, dass sie sich um dich sorgt, denn immerhin ist sie keine von diesen Tussen.


Ich setzte mich neben meine neugewonnene beste Freundin und lehnte mich an den Stamm der Eiche.

“Sirius?” “Was gibt’s?” “Ich denke wir sollten vielleicht reden.” “Tun wir doch, oder nicht?”, grinste ich sie an und schloss wieder die Augen. “Du weißt, was ich mein”, seufzte sie. Ich setzte mich auf. “Okay. Was willst du hören? Dass ich unsterblich in dich verliebt bin und ich mich jetzt für dich ändern werde?” Tori zog die Augenbrauen hoch und das Grinsen war aus ihrem Gesicht verschwunden. “Weißt du, eigentlich wollte ich, dass wir vernünftig damit umgehen, aber anscheinend ist das mit dir nicht möglich. Ich hau ab”, meinte sie und stand auf. Schnellen Schrittes verschwand sie in Richtung des Verbotenen Waldes.


Jo wird mich umbringen, hallte es in meinem Kopf und ließ mit einem “Wingardium Leviosa” das Burn Book vor mir schweben. “Incendio”, murmelte ich und aus der Mitte des Buches entstand eine Glut. Ich hatte jetzt wohl wirklich Scheiße gebaut. Obwohl, nein, hatte ich eigentlich nicht. Ich hab’ ihr nur gesagt, was Sache ist, nicht mehr und nicht weniger. Also sollte mir Jo doch den Hals abreißen, wenigstens weiß ich, dass sie im Unrecht ist.


Mittlerweile brannte das Burn Book lichterloh. Nun ja, wenigstens war dieses blöde Teil endlich weg. Jetzt blieben mir nur noch gefühlte hundert tausend anderer Probleme...


Tori PoV




Das durfte nicht wahr sein. Das konnte einfach nicht wahr sein. Und in so ein Arschloch, tut mir Leid, hatte ich mich verliebt? Oh nein, nicht mit mir, Freundchen. Meine Pfoten prallten am kühlen Waldboden auf. Wieso, um Himmels Willen, setzte mir das jetzt so zu? Das waren dann die Nachteile, wenn man einen weichen Kern hat, dachte ich seufzend und blieb winselnd stehen. Ich war bei einer Lichtung angekommen. Als ich mich wieder zurückverwandelt hatte, setzte ich mich auf einen alten Baumstumpf. Wenigstens hatte ich jetzt wieder Tony. Der würde mir bestimmt sagen, dass ich ihn vergessen sollte und, dass er mich einfach nicht verdient hatte. Möglicherweise würde er dabei vielleicht sogar Recht haben. Aber naja.

Schön langsam war es wirklich auffällig. Irgendwie verliebte ich mich immer wieder in die falschen Kerle. Als ob sich Sirius für mich ändern würde...


Langsam begann ich ein Lied zu summen, dass mir gerade in den Sinn kam. Es passte sogar ein bisschen zu meinem jetzigen Gemütszustand.


I'm a big big girl

in a big big world

It's not a big big thing if you leave me

but I do, do feel

that I do, do will

miss you much

miss you much...


I can see the first leafs falling

it's all yellow and nice

It's so very cold outside

like the way I'm feeling inside


I'm a big big girl

in a big big world

It's not a big big thing if you leave me

but I do, do feel

that I do, do will

miss you much

miss you much...


Outside it's now raining

and tears are falling from my eyes

Why did it have to happen?

Why did it all have to end?


I'm a big big girl

in a big big world

It's not a big big thing if you leave me

but I do, do feel

that I do, do will

miss you much

miss you much...


I have your arms around me

warm like fire

but when I open my eyes

you're gone...


I'm a big big girl

in a big big world

It's not a big big thing if you leave me

but I do do feel

that I do, do will

miss you much

miss you much...


I'm a big big girl

in a big big world

It's not a big big thing if you leave me

but I do feel

that I will miss you much

Will miss you much...


Ich würde mich wohl ab sofort etwas von Sirius distanzieren, hallte es in meinen Gedanken. Der Spaß mit ihm würde mir fehlen...

Oben in unserem Schlafsaal begann ich meinen Koffer für die Osterferien, die bald anstanden, zu packen. Ich freute mich wirklich auf zu Hause. Vielleicht bekam ich etwas Abstand von dem allen hier.