„Tori! Aufstehen! Es ist Samstag!“

Wer wollte denn schon so früh etwas von ihr, dachte sich Tori, während sie ihren Kopfpolster über ihren Kopf drückte, damit sie diese Person nicht mehr hören musste.

Sie wollte noch nicht einmal wissen, wer es überhaupt war, der sie schon in aller Herrgotts Frühe aus dem Bett bekommen wollte.

 

Tori hob den Polster etwas an und linste auf den Wecker.

7:55, wer es auch immer war, dieser Jemand wollte sie wohl anscheinend foltern.

 

„Keine Chansch, Schiriusch, die bekommscht du nischt ausch dem Bett!“, sagte Joana, die sich gerade die Zähne putzte.

 

Als Tori Sirius Namen gehört hatte, saß sie auf einmal senkrecht im Bett, stieß sich aber den Kopf an dem von dem Gryffindor.

 

„Au!“, meinten beide gleichzeitig.

„Hast du einen Dickschädel!“ Tori rieb sich die Stirn.

 

Joana stand in der Badezimmertür und lachte sich halb tot.

James stand gleich neben ihr und konnte den Blick von ihr nicht abwenden, was wiederum Tori und Sirius zum Lachen brachte.

„So hat er noch keine angesehen!“, wisperte er der frisch gebackenen Gryffindor zu.

„Der Kerl himmelt sie ja regelrecht an!“, meinte sie erstaunt, in demselben Wisperton wie Sirius zuvor.

 

 

„Ich geh mich mal fertig machen. Außerdem hab ich HUNGER!“, sagte Tori und verschwand im Badezimmer.

Die Jungs gingen wieder in den Gemeinschaftsraum und Joana blieb in der Tür stehen.

Sie grinste ihre beste Freundin an, während die sich die Zähne putzte.

 

„Sirius scheint es dir ja sehr angetan zu haben!“

„Wie man’s nimmt.“ Tori zuckte mit den Schultern.

„Na klar, Tori! Und Merlin ist mein Opa! Beeil dich bitte, ich hab auch extremen Hunger“, grinste Jo sie an.

 

Die junge Parker machte sich fertig und die beiden Grazien dann in den Gemeinschaftsraum, wo Sirius, James, Ruby und Remus schon warteten.

 

„Hey, Leute! Wie ist euer Zimmer? Ich kann euch sagen! Die dumme Pute von Pears hat mich fast die ganze Nacht wachgehalten, weil sie ihrem Anhang erzählen musste, dass Sirius ja sooo auf sie steht!“, beschwerte sich Ruby.

 

„Was bitte soll ich tun?“

„Na auf sie stehen, aber die bildet sich das sowieso bloß nur ein. Ich mein, okay Sirius, du hast zwar einen wahnsinnigen Weiberverschleiß, aber ich glaub weniger, dass du je auf eine von denen gestanden bist“, meinte Ruby.

Der Angesprochene grinste bloß.

 

„Hey, Tori, zeigt ihr mir dann euer Zimmer? Bitte, bitte“, sagte sie dann und schob ihre Unterlippe vor.

„Klar.“

„Mahann, Leute, ich hab Hunger. Gehen wir frühstücken!“, quengelte James.

 

So gingen die 6 Gryffindors hinunter in die Große Halle, wo schon sehr viele Schüler waren.

 

„Wow, was ist denn hier los? Sonst kommen die meisten erst irgendwann am Samstag, aber nicht schon um dreiviertel neun!“, meinte Remus erstaunt.

 

Tori und die anderen setzten sich an den Gryffindor Tisch und fingen an zu frühstücken.

Sie nahm sich eine Müslischüssel, befüllte sie mit Cornflakes, Heidelbeeren, Bananenstückchen und Heidelbeerjoghurt.

Tori’s Motto: Müsli am Morgen, vertreibt Kummer und Sorgen.

 

Nach dem Müsli, bestrich sie einen Toast mit Butter und schmierte dann Brombeermarmelade darauf.

 

Die Jungs und Ruby sahen das 15 – jährige Mädchen, nach ihrem dritten Toast, erstaunt an.

„Wie kannst du so viel essen, und das in der Früh?!“, fragte Ruby.

 

Tori zuckte bloß mit den Schultern.

Sie konnte essen was sie wollte, aber sie nahm fast nie und wenn, dann bloß ein ganz klitzekleines Bisschen, zu.

 

„Es ist total wurscht, was sie isst beziehungsweise wie viel sie isst, denn Tori nimmt fast nie zu“, erklärte Jo den anderen, die sie noch immer erstaunt musterten.

 

„Boah, das hätt ich auch gern“, meinte Ruby frustriert.

 

Tori grinste sie bloß frech an, schmierte sich ihren vierten Butter-Brombeermarmeladen Toast und biss hinein.

 

„Okay, Mädels, was wollt ihr…“

 

„AAHH!“, schrie Tori plötzlich auf, als ihr Kürbissaft in den Nacken geschüttet wurde.

 

„Oh, das tut mir aber voll leid!“, grinste ein blondes schlankes und ziemlich tussig aussehendes Mädchen auf Tori herab.

 

Diese sprang auf und sah das andere Mädchen stinksauer an.

Und wenn man Tori stinkwütend machte dann sollte man besser Angst haben, denn man wusste nie was sie tun würde.

 

„Pears, ich denke du solltest verschwinden“, sagte Ruby ruhig aber mit Wut in der Stimme.

„Greenwood, ich denke nicht, dass ausgerechnet DU mir etwas zu sagen hast!“, keifte Tiffany Pears und zog ab, nicht ohne Sirius noch einen „umwerfenden“ Blick zuzuwerfen.

 

„BOAH!“

„Tori, reg dich ab, du weißt ganz genauso gut wie ich, was das letzte Mal passiert ist!“, mahnte Jo.

Doch Tori stand nur dort und man konnte sehen, wie sich ihre Nasenflügel hoben und senkten.

Ihre Hände hatte sie zu Fäusten geballt und ihre Knöchel traten weiß hervor.

Das Mädchen fing an zu zittern.

„Tori!“, sagte Joana und sah sie warnend an. „Du weißt, was passiert, wenn du die Kontrolle verlierst! Pass auf und beruhig dich jetzt wieder!“

Jo schien jetzt auch sauer zu werden.

 

In der Halle wurde es ganz still und alle Augen waren auf das zitternde Mädchen gerichtet.

 

Jo nahm ihren Zauberstab und entfernte den Kürbissaft aus Tori’s Nacken und Kleidung.

 

„Ich muss raus!“, sagte sie mürrisch und verschwand aus der Halle.

 

„WAS. WAR. DAS?“, fragte James verwirrt und auch etwas geschockt, denn so wütend hatte er noch nie in seinem ganzen Leben gesehen.

 

„Nichts. Sie beruhigt sich wieder. In ein paar Minuten ist sie wieder da.“ Joana zuckte mit den Schultern, doch man sah ihr an, dass es ihr alles andere als egal war, dass ihre beste Freundin fast die Kontrolle über sich verloren hätte.

 

Wenige Minuten später kam Tori auch schon wieder grinsend in die Große Halle spaziert.

„Alles wieder okay?“, erkundigte sich Jo und Tori nickte grinsend und gut gelaunt wie immer.

 

Die anderen sahen sich verwundert an, sagten aber nichts, denn sie wollten das Mädchen nicht schon wieder unnötig aufregen.

 

 

Nach dem Frühstück meinten James und Sirius, dass sie den zwei Freundinnen das Schloss zeigen wollten. Tori und Jo stimmten sofort begeistert zu.

 

Die beiden Jungen zeigten ihnen wirklich jeden Gang, jeden Geheimgang und sonst noch alles, was es so gab, was in Hogwarts sehenswert war.

 

„Salem ist doch ein reines Mädchen Internat, nicht wahr?“, fragte am Abend Sirius im Gemeinschaftsraum. Bestätigend nickte Tori.

 

 

„Jep.“

„Das heißt, ihr habt nie mit Jungs ausgehen können?“, grinste er sie an.

„Th, das glaubst du ja selber nicht, oder? Klar, konnten wir mit Jungs auch ausgehen. In der Nähe von Salem gibt es ein Jungen Internat und wir hatten meistens gemeinsam Stadt Wochenenden. Und da wir die Fungphone auch verwenden durften, war das überhaupt kein Problem!“, zuckte das Mädchen mit den Schultern.

„Aha.“

 

Die sechs, bestehend aus Tori, Joana, James, Sirius, Remus und Ruby, quatschten noch so einige Zeit über Merlin und die Welt, bis Jo dann meinte: „Na dann, Leute, ich geh dann mal hoch.“

 

„Hey, Ruby? Wir könnten Dumbledore ja fragen, ob du in unser Zimmer ziehen darfst! Dann musst du nicht mehr bei dieser Sabberhexe liegen.“, schlug Tori vor und Ruby nickte begeistert.

„Genau und heute Nacht machen wir einen Mädelsabend –Nacht, was auch immer!“, grinste Jo.

 

Die drei waren gleich Feuer und Flamme.

„Dürfen wir auch mitmachen?“, fragte James.

„Nein, James! Ein Mädelsabend ist NUR für Mädchen, das heißt: Keine Jungs, da über Jungs geredet wird!“, erklärte Jo.

James zog einen Schmollmund, worauf Tori ein „Awwww“ verlauten ließ.

 

Die anderen beiden kugelten sich am Boden.

 

„Na dann, Nacht, Jungs!“, verabschiedeten sich die drei von Sirius, Remus und James und gingen in Tori’s, Jo’s und wahrscheinlich auch bald Ruby’s Zimmer.

Tori
Tori
Joana
Joana