„O Mann wie spät ist es eigentlich?“, fragte ich mich verschlafen. Ich wachte wegen den starken Schmerzen auf. Langsam öffnete ich die Augen und schaute auf den Wecker 5:30. „Oh mein Gott und ich bin schon auf!“, murmelte ich verschlafen. Die anderen schliefen alle noch, denn ich konnte die regelmäßigen Atemzüge hören. Kein Wunder, Alice und Tori sind gestern sehr spät ins Zimmer gekommen. Tori habe ich nicht mal mehr mitbekommen. Und ich bin aber erst um 3 Uhr schlafen gegangen! Normalerweise bleibt Tori nicht länger als 2 ohne mir auf einer Party. Was hat sie nur so lange gemacht? Muss ich sie heute noch fragen …
Mir war schlecht und mein Kopf hämmerte wie ein Presslufthammer. Ich brauchte dringend eine Kopfwehtablette und eine kalte Dusche! Oder den Trank gegen Schmerzen! Aber ich würde das Zeug für den Trank sowieso nicht finden. Warum musste ich mich gestern auch dermaßen betrinken?
Ich bin echt blöd …

Langsam richtete ich mich auf und ging Richtung Badezimmer. Ziemlich holprig, da ich noch Restalkohol in mir hatte.
Warum wusste ich eigentlich nie wann es genug ist? Es war immer dasselbe.
Am Abend, wo ich mich betrinke geht es mir blendend, muss die ganze Zeit lachen und muss nicht einmal brechen, auch wenn ich noch so viel trinke. Dafür geht’s mir am nächsten Tag immer dreckig. Ich fühle mich gerade echt beschissen und würde am liebsten das ganze Klo vollkotzen.

Ich wollte gerade unter die Dusche, als ich dabei ungeschickt ausrutschte und am Rücken landete und mit dem Kopf auf den Boden aufschlug. Aua.
Jetzt bekam ich noch stärker Kopfweh …
Am liebsten würde ich mich wieder ins Bett verkriechen und nie wieder aufwachen! Mit den Stimmungsschwankungen wird man leicht senil.

Als ich dann duschte, bekam ich Shampoo ins Auge. Das brannte vielleicht …
Heut war ich echt vom Unglück verfolgt. Was kommt als nächstes? Rutsche ich in der großen Halle auf einer Bananenschale aus oder falle ich in die Müslischale? Heute kann ich mir alles vorstellen.

Ich trocknete mir die Haare mit dem Zauberstab und musste feststellen, dass ich heute etwas welliges Haar hatte. Wie ich das hasste wenn ich Wellen in den Haaren hatte. Gott sei Dank habe ich das nicht oft, meistens sind sie glatt, nur manchmal wellt es sich leicht, wie heute. Also nahm ich das Glätteisen und fing an meine Haare zu glätten. Mist! Jetzt habe ich mir mit dem Glätteisen auch noch die Stirn verbrannt …
Super, jetzt hatte ich einen roten Fleck auf der Stirn.
Schlimmer kann es jetzt aber bald echt nicht mehr werden.

Wie schau ich heute den bitte aus? Ich bin voll blass im Gesicht und habe Augenringe. Da gibt es nur eine Lösung: Schminken.
„Guten Morgen Jo, gut geschlafen?“ Ich erschrak und bekam die Mascara ins Auge. Aua … verdammt, was ist das heute nur für ein Tag?
„Tori, musst du mich so erschrecken?“, fuhr ich sie zornig an.
Sie grinste nur breit und sagte dann immer noch gut gelaunt, aber etwas kleinlaut, da sie mein zorniges Gesicht wahrnahm: „Tut mir leid, kann ja nicht wissen, dass du heute nicht so gut drauf bist.“
„Ist schon gut. Warum bist du eigentlich so happy und seit wann bist DU um 6 auf? Bist du krank?“
„Nein, ich bin gesund. Darf man nicht gut drauf sein?“, grinste mich meine Freundin an. Ich hatte schon einen Verdacht. Sirius. Das Mädchen war verliebt, wahrscheinlich hatten sie sich gestern geküsst.

„Komm schon, sag was hast du gestern noch so lang auf der Party getrieben, ich bin um 3 schlafen gegangen und du warst immer noch nicht da.“
„Tut mir leid, ich hab nicht mal mitbekommen, dass du überhaupt gegangen bist. Naja, ich weiß nicht wie ich es sagen soll … ähm … also …“, fing meine Freundin an zu stammeln.
„Du hast Sirius geküsst.“, beende ich ihren Satz.
„Wow, woher weißt du das?“
Ich kenne sie einfach zu gut.
Ohne eine Antwort von mir abzuwarten sprach sie weiter. „Ähm … ich weiß nicht wie ich´s sagen soll … naja … weißt du …“
„Spann mich nicht so auf die Folter, mein Tag ist heute schon beschissen genug und da mag ich dir nicht noch alles aus der Nase ziehen, also erzähl wie war der Kuss mit Sirius?“
„Schön. Wunderschön, aber was ich sagen wollte … ähm … ich hab mit Sirius geschlafen.“, fügte meine beste Freundin leise hinzu.
Ich konnte es nicht fassen. Ich stand mit offenem Mund vor.
„Du hast WAS?“, entfuhr es mir, nachdem ich langsam zur Besinnung kam und ihre Worte richtig wahrnahm.
„Bitte schrei nicht so. Du weckst die anderen noch. Du hast schon verstanden.“
„Bist du noch ganz dicht?“, rief ich entsetzt.
„Ich weiß auch nicht wie das passieren konnte, aber naja es ist mal passiert und es war total schön. Er war total zä…“

Doch weiter kam sie nicht, denn ich rannte schon aus dem Bad. Das war jetzt echt zu viel. Ich wollte einfach nur mehr raus. Ich brauchte dringend frische Luft. Ich konnte es einfach nicht glauben. Sie hat mit Sirius geschlafen!
Ist sie denn total bescheuert? Also jetzt konnte der Tag nicht mehr schlimmer werden. Ich mein, mit Black, nichts gegen ihn, aber es ist doch jeden bekannt, dass er mit jedem Mädchen nur spielt und nur aus Spaß mit ihnen schläft, ohne dass er für sie etwas empfindet. Viele sind zu dumm um das zu merken, aber ,dass meine beste Freundin auch zu den hirnlosen dazugehört hätte ich nicht gedacht.

Die frische Luft tat echt gut. Es war schön kühl. Genau das richtige, denn später würde es sowieso wieder warm werden und die Sonne würde vom Himmel lachen.
„Joana, ah gut ,dass ich dir hier treffe. Kannst du die Sirius geben? Er hat sie bei mir vergessen und vermisst sie schon sicherlich. Und da ich dich gerade sehe und du sicher bei ihm beim Frühstück sitzt, dachte ich mir du wärst so freundlich ihm die zu  überreichen!“
Pears stand vor mir mit einer Elefantenunterhose!
Die sah total kindisch aus …
Ihr wisst schon, so eine mit Rüssel...
Passt wirklich perfekt zu Sirius und mit so was bekommt er Mädchen ins Bett!

„Gib sie ihm doch selbst. Ich bin nicht dein Butler!“, schnaubte ich sie wütend an. Ich war jetzt echt schon auf 180, doch ich versuchte mich zurückzuhalten, da ich nichts machen wollte, was ich später bereuen würde.
Sirius hat also mit dieser dummen Kuh auch geschlafen. Na warte wenn ich dieses Arschloch heute sehe, dann mach ich Hackfleisch aus ihm.
Wahrscheinlich hat ihm der One Night Stand mit Tori nicht gereicht und er ist gleich zu dieser Schlampe gegangen.

„Bitte Joana, tu mir den Gefallen.“, sagte sie mit zuckersüßer Stimme.
Habe ich schon erwähnt, dass ich sie hasse?
Nein, dann tu ich das jetzt mal.
Zornig riss ich ihr die Unterhose aus der Hand. Na warte jetzt kann Mr. Black was erleben.

Ich wollte ihn jetzt vor alle in der großen Halle bloßstellen. Jeder soll mitbekommen, was er doch für ein Arschloch ist. Zwei in einer Nacht ist schon etwas zu viel des guten.

Verärgert und mit zornigen Gesicht stapfte ich in die großen Halle. Sirius war noch nicht da, nur James und Remus. Das war mir jetzt auch scheißegal. Mit der Unterhose in der Hand ging ich zu ihnen hin und warf sie auf den Tisch: „Hier gebt das euren beschissenen Freund. Und sagt ihm, er soll sich bei mir lieber nicht blicken lassen, sonst reiß ich ihm die Eier aus!“
Wow, diese Aussage habe ich nicht mal selbst von mir erwartet. Die anderen auch nicht, denn ihre Mundluken waren offen und sie schauten mich nur fassungslos an. Remus war auch etwas rot im Gesicht. War er etwa auch zornig auf Sirius?

James wollte gerade etwas sagen, da kam Fletcher schon auf ihn zugerauscht: „Hey Honey, ich wollte mich noch mal für die schöne Nacht mit dir gestern bedanken. Das müssen wir unbedingt wiederholen.“
„Ähm…“, James wusste nicht was er sagen sollte. Er war total rot im Gesicht. Kurz schaute er zu mir, doch als er mein zorniges Gesicht erkannte, wendete er sich schnell ab.
„Ich glaub das ist eine Verwechslung, Cloey …“
Mann was ist das für ein Arsch, glaubt der echt ich bin so dumm, dass ich nicht merke, dass er mit ihr geschlafen hat. So ein mieses Arschloch, fragt mich um ein Date und steigt dann mit dieser Pute ins Bett.
Jetzt rastete ich wirklich aus.
Ich hob drohend den Finger auf James und schrie: „Du mieses kleines Arschloch.“ Mir entging Fletcher´s dämliches Grinsen nicht.
Mein ganzer Körper fing an zu zittern. Ich spürte das Blut schneller in mir fließen. Verdammt ich muss hier raus, sonst verwandel ich mich noch in einen Kojoten. Ich musste hier raus. Ohne James Antwort anzuhören, stürmte ich aus der großen Halle.

Draußen schnappte ich frische Luft und beruhigte ich ein bisschen.
Am liebsten würde ich heulen, doch es wäre sehr peinlich, wenn mich alle heulen sehen würden, also beschloss ich es lieber zu lassen.
„Hey Jo, na wie geht’s dir? Ich hab tolle Neuigkeiten für dich und Tori, wo ist sie?“ Ich blickte auf, es war John, Tori`s Dad.
„Hey, schön dich hier zu sehen. Was machst du denn hier? Was ist passiert?“
Wir gingen draußen spazieren und er erzählte mir alles. Meine schlechte Laune von vorhin war wie vom Erdboden verschluckt. Ich war der glücklichste Mensch auf der ganzen Welt. Freudentränen ronnen über mein Gesicht. Ich fiel John vor Freude um den Hals. Das waren mit Abstand die besten Neuigkeiten meines Lebens. Wenn ich mich schon so darüber freue, wie wird erst Tori darauf regieren? Ich musste ihr das sofort erzählen.