Er kam immer näher und beugte sich zu mir herunter. Ich spürte ein Kribbeln in meinem Bauch, wie wenn ein Million Schmetterlinge zu flattern begannen. Er sah mir tief in meine Augen. Hatte er immer schon so wunderschöne warme dunkelbraune Augen? Jetzt beugte er sich noch weiter zu mir herunter. Oh mein Gott, wie lange habe ich darauf gewartet?
Auf das letzte Mal konnte ich mich ja leider nicht mehr erinnern.
Parker, bleib jetzt ruhig!
Ich schloss meine Augen.
Sanft legte er seine Lippen auf meine.
Diese Lippen waren weich und schmeckten süßlich. Nach Torte.
Er legte seine Arme und meine Hüfte und ich schlang meine um seinen Hals und fuhr in sein schwarzes Haar.
Mein Herz fängt an, heftig zu schlagen und ich glaubte, dass es jeden Moment heraus springen würde.
Leicht öffnete ich, ohne Widerstand, meine Lippen und ließ passieren was passieren sollte.
Ich fühlte seinen warmen Atem und sein Duft vernebelte meinen Verstand.
Mein Bauch kribbelte noch immer wie verrückt.
Ich wünschte, dass dieser Kuss nie ein Ende hat.
Zärtlich strich er mit seiner Zunge über meine Lippen.
Er zog mich noch fester an sich und küsste mich intensiver.
Wenn er mich nicht so fest gehalten hätte, wäre ich wahrscheinlich umgefallen.
Ich vergrub meine Hände noch tiefer in seinen Haaren.

Angesäuert ging James voraus in seinen Schlafsaal. Wie ein kleiner Welpe folgte Chloe dem schwarzhaarigen Gryffindor.

„Aus-zieh-us!“, rief die Blonde ihrem Zauberstab zu. Genervt betrachtete James Fletcher. Seit einer geschlagenen Minute versuchte sie ihn per Zauberspruch auszuziehen, aber anscheinend hing zwischen ihren Ohren noch nicht mal Gehirnflüssigkeit, denn so dämlich war wirklich kein anderes Individuum.
„Gib her! Ich mach es selbst!“, motzte der junge Potter und schnappte sich den Zauberstab. Mit einem Spruch waren sie beide nackt und zufrieden küsste Chloe den Mannschaftskapitän.

„Aber wisoo frahagt er miech denn dauernd? Isch mein ja nur. Isch steh echt dodal auf ihn, aba… keine Ahnung. Ruuby! Sach doch au ma‘ was!“, beschwerte sich Jo hicksend und setzte die Feuerwhisky Flasche an ihre Lippen. „Uhh!“, knurrte die Angesprochene bloß und kippte das Stamperl Tequila in ihren Rachen.

„Hey, Alice“, sagte jemand und tippte der braunhaarigen Gryffindor auf die Schulter. „Hi, Frank!“, strahlte Alice und lächelte ihn versonnen an.
„Wegen unserem Date“, begann er, wurde jedoch von der Sechzehn Jährigen unterbrochen. „Willst du nicht mehr mit mir ausgehen?“, fragte sie beinahe hysterisch. „Nein?“ „Ganz sicher?“ „Ja!“ „Okay, red‘ weiter“, lachte sie.
„Naja, ich wollte mit dir da nicht so Freundschaftsmäßig hingehen.“ „Sondern?“, wollte sie gespannt wissen.
„Naja… ähm… ich weiß nicht wie ich das sagen soll… ähm.“ „Ganz einfach und direkt.“ „Okay. Alice Baker, willst du meine Freundin sein?“, kam es ihm schlussendlich doch noch über die Lippen. Aufgeregt quietschte Alice und sprang Frank um den Hals. „Na klar!“ Und als ob sie das Gesagte noch untermalen wollte, küsste sie ihn stürmisch.  „Na endlich! Merlin hat meine Gebete erhört!“, rief sie und streckte die Arme gen Himmel.

Ich hatte keine Ahnung wie spät es war.
Hinter mir hörte ich das regelmäßige Atmen von Sirius. Wir hatten es wirklich getan. Nie im Leben hätte ich mir das erträumt, aber es war passiert. Ich wusste nicht, ob wir nun zusammen waren, oder ob er nur mit mir spielte, wie mit den anderen dummen Nüssen, die er sonst so hatte.

Noch lange überlegte ich und nach einiger Zeit wurde ich immer müder und müder, bis ich endlich einschlief.

James hing verwurschtelt in seinem Bett und schlief so tief und fest, wie schon lange nicht mehr. Jedoch stand Chloe im Zimmer und sah sich suchend um. Zuerst durchsuchte sie James‘ Nachttischchen. Alles, das ihr verdächtig vorkam, schmiss sie in ihre Tasche. Dasselbe machte sie bei Sirius‘ und Remus‘ Betten. Besonders merkwürdig kam ihr ein leuchtender Schreibstift vor, den sie bei Remus gefunden hatte. So kam auch der in die Tasche.
Mit einem verschlagenen Grinsen schlich sie sich aus dem Zimmer und ging in ihren Schlafsaal.