„Crucio.“


Oh mein Gott. Kann das bitte wer abstellen?! Das ist ja schlimmer als durch eine Dampfwalze gezogen zu werden. Oh mein Gott!! Wie hunderttausend Dolchhiebe oder drei Millionen Blitze, die durch meinen Körper gehen. Boah, Merlin, Agrippa oder sonst wer, lasst das bitte aufhören!

 

Mittlerweile liefen mir auch schon Tränen über mein Gesicht. Gerade als ich dachte, Malfoy würde endlich Gnade walten lassen, spürte ich wieder den stechenden Schmerz. Allerdings kam er nicht aus dem Zauberstab des Slytherin. Merlin, gab es jetzt diese Cruciatus Flüche auch schon im Doppelpack, und man musste nur einen aussprechen?! STELLT DAS AB!!

 

Endlich wurde es auch etwas leichter. Meine Gliedmaßen zuckten nicht mehr so unkontrolliert. Ich hörte Gelächter, allerdings konnte ich es nicht mehr richtig zuordnen. Die Schmerzen hatten ihre Nachwirkungen hinterlassen. Mein Gehirn war wie vernebelt. Kaum einen einzigen anständigen Gedanken konnte ich fassen. Alles drehte sich und es fühlte sich so an, als ob ein kleines aber starkes Männchen auf meinem Kopf sitzen würde und mit einem Stahlhammer auf meine Schläfen trommeln würde. Ehrlich gesagt war es ein ähnliches Gefühl wie nach einer Flasche Tequila und einem Schlag in den Magen. Mir war so richtig schlecht gerade. Ich könnte kotzen…

 

Mann o Mann. So dreckig hatte ich mich nicht mehr gefühlt seit ich zum ersten und auch letzten Mal viele (ich hatte aufgehört zu zählen, nachdem ich fünf erreicht hatte) Gläser Tequila auf Ex getrunken hatte.

 

Und schon ging es auch in die zweite Runde. Wieder setzte der stechende Schmerz ein. Wie ein Blitz schlug er ein und bohrte sich in jede Faser meines Körpers, als würde er unter ADS leiden.

Meine Handlungen hatte ich schon lange nicht mehr unter Kontrolle. Ob ich schrie, heulte oder sonst etwas machte, ich hatte keine Ahnung und es war mir auch egal. Es sollte nur aufhören.

 

Kaum hatte ich mich wieder an den Schmerz gewöhnt, hörte er schlagartig auf nur um kurz darauf auch wieder einzufahren. Was auch immer ich getan hatte, ich bereue es! Merlin, hörst du? ICH BEREUE ES, ABER BITTE LASS ES AUFHÖREN! ICH HALTE ES NICHT MEHR AUS!!

 

Als hätte mich Merlin wirklich erlösen wollen, wurde mir schwarz vor Augen und ich verlor mein Bewusstsein.

 

 

James POV

 

 

Heute wollte ich mal wieder auf dem Quidditch Feld trainieren. Auch wenn Hogsmeade Wochenende war, aber so störten mich wenigstens nicht irgendwelche Mädchen die kichernd und kreischend auf den Tribünen saßen und mich begafften. So konnte ich in Ruhe neue Taktiken und Manöver durchgehen, die ich mir von den Holyhead Harpies abgeschaut hatte. Ich bekam jede Woche ein Magazin, wo alles über und um den Besen stand. Ziemlich praktisch wenn man Mannschaftskapitän wie ich war.

 

Ich war gerade auf dem Weg zum Feld, als ich mir verschlagen grinsend dachte, dass ich doch nachsehen konnte, was unsere Schlangen denn so alles anstellten.

Meine Augen huschten über die Karte des Rumtreibers hinunter zu den Kerkern. Okay, Malfoy war nicht zu sehen. Wo war der denn wieder verschwunden. Nach Hogsmeade ging der Kerl nämlich auch nie. Der heckte doch irgendwas aus…

 

Ich übersah nochmal die ganze Karte und als meine Augen die Katakomben trafen, wurde mir regelrecht schlecht. Wieso um Himmels Willen war Tori mit Malfoy und DER in den Katakomben?! Und das vor allem ALLEIN!!

 

Den Vorsatz meine Quidditch Fähigkeiten aufzubessern in den Dreck werfend, stieg ich auf meinen zuerst geschulterten Besen und flog wieder in Richtung Schloss. Dort angekommen ließ ich ihn einfach fallen und rannte die großen Stein-Stiegen zu den Kerkern hinunter. Ich kam immer weiter hinunter und somit auch näher zu den Katakomben. Ich hörte Tori schreien.

 

Wenn ich Malfoy in die Finger kriege, dann mach ich ihn kalt! Toria war immerhin eine sehr gute Freundin von mir und niemand machte so etwas mit meinen Freunden ohne dabei selbst etwas abzubekommen.

 

Und plötzlich wurde es still. Ich konnte Tori’s Schreie nicht mehr vernehmen. Keine Sekunde darauf hörte ich auch schon Malfoy’s höhnisches Lachen. Dem würde ich die blöde Lache noch aus dem Gesicht schlagen. In solchen Situationen vergas ich gern, dass ich ein Zauberer war und benutzte meine Faust.

 

Endlich war ich bei dem Geschehen angekommen.

Tori lag regungslos am Boden und ich hoffte inständig, dass sie nur bewusstlos war.

 

„Malfoy, du RiesenBaby! Was hast du mit ihr gemacht!!“, brüllte ich ihn wutentbrannt an.

„Ihr das gegeben was sie verdient hat. Und jetzt verzieh dich, Potter, und geh spielen oder sonst was. Ich hab noch was zu erledigen!“

So schnell konnte ich auch gar nicht sehen, da stand er auch schon wieder bei Tori und trat auf sie ein. Ich stürzte mich auf ihn und schlug mit aller Kraft auf sein dämliches Gesicht ein.

 

Meinen Zauberstab in die Hand nehmend, zischte ich ihn an: „Mach das noch ein einziges Mal, Malfoy, und ich verspreche dir, dass du dir wünschen wirst, ich würde dich bloß umbringen!“

 

Jetzt bekam diese miese kleine Schlange anscheinend doch die Panik, denn er konnte gar nicht schnell genug wegkommen.

„Das wirst du noch bereuen, Potter“, fauchte er mich noch an, bevor er aus dem Korridor verschwand. „Werden wir ja noch sehen“, murmelte ich, als sich Tori endlich rührte.

 

 

Tori POV

 

Ehrlich, mit wem auch immer ich eine Party gefeiert hatte, ich werde es nie wieder machen. Da muss ja ziemlich viel Alkohol geflossen sein, so wie sich das anfühlt.

Stöhnend griff ich mir an meine Schläfen, die schmerzend pochten. So ein Mist. Jo hatte wie immer Recht. Ich sollte nicht alles mitmachen und besser die Finger vom Whisky oder Tequila lassen.

 

Mit viel Mühe machte ich meine Augen auf und…

Und sah James in Großformat über meinem Gesicht hängen.

 

„Hey, hey, hey, SugarRay! Was zum Teufel machst du hier, James? Oder hab ich etwa mit dir die Party geschmissen? Jo wird mir den Kopf abreißen!“, murmelte ich und James sah mich etwas verstört aber glücklich an.

„Ähm was für eine Party, Tori?“ „Na die, bei der so viel Tequila geflossen ist und ich mich deshalb so extrem scheiße fühle!“, erklärte ich. „Ich will dir ja keine Illusionen nehmen, Tori, aber Malfoy hat dich gefoltert und du hast bestimmt keine Party veranstaltet.“

„Dieser mieser kleine Puffzwerg!“, schimpfte ich auch schon los. Was fällt dem eigentlich ein?!

Aber das seltsame war, dass ich mich überhaupt nicht daran erinnern konnte…

War wahrscheinlich so wie bei einer Geburt. Eine Mutter wusste nachdem das Kind anfing zu schreien, auch nicht mehr was für Schmerzen sie hatte. Okay, ein etwas dämlicher Vergleich.

 

Ich versuchte aufzustehen. Natürlich klappte es nicht. Waren wir hier in irgend so einem alten Märchen Zeichentrick Film? Der tapfere Held rettet die bewusstlose Prinzessin.

 

„Danke, James.“

„Kein Problem. Aber jetzt lass uns hier verschwinden. Hier riecht es bestialisch.“

„Ah. Das könnte der Grund sein, warum mir so schlecht ist!“, meinte ich grübelnd.

 

James half mir aufzustehen. Mit dem Mannschaftskapitän an meiner Seite humpelte ich den Korridor entlang. Wir brauchten doch tatsächlich eine halbe Stunde, bis wir endlich im Gemeinschaftsraum waren.

 

„Okay. Soll ich dir irgendwas bringen?“, wollte er wissen und ich ließ mich auf die Couch fallen. „Ich hab Hunger. Das ist das erste Mal in meinem ganzen Leben, dass ich so richtig gefastet hab!“

 

„Klar. TAMMY!“, brüllte James und schon machte es „blopp“ und eine kleine Hauselfe erschien.

„Mister Potter, Sir, Sie haben mich gerufen, Sir? Guten Tag, Miss Parker!“

„Würdest du für Miss Parker einen großen Teller Chili bringen?“

„Natürlich, Sir. Tammy ist gleich wieder hier, Sir“, sagte das kleine Geschöpf und verschwand wieder.

 

„Ich liebe Chili!“ „Ich weiß“, grinste er und setzte sich neben mich.

 

„Du magst Pad wohl ziemlich sehr, hm?“

„So offensichtlich?“ „Schon, ja. Aber unser Padfoot ist dafür einfach zu dämlich, als, dass er das erkennen würde. Ich brauch dir wohl auch nicht zu sagen, dass die ganze Sache nicht gut ausgehen wird, oder?“

„Hm, ja ich weiß es eigentlich schon, aber das will man einfach nicht wahrhaben, wenn man total verschossen ist.“ „Da hast du wohl Recht“, seufzte er und lehnte sich weiter in die Couch hinein.

 

„Jo steht total auf dich.“ „Ja und Snape hat sich die Haare gewaschen“, schnaufte James und verdrehte die Augen. „Das ist mein Satz, Jay! Klau mir nicht meine coolen Sätze! Aber ich mein das ernst! Das mit Jo!“

 

Tammy tauchte plötzlich wieder auf und brachte einen riesen Teller Chili con Carne.

 

„Danke, Tammy.“ „Immer wieder gern, Miss. Haben Sie noch einen Wunsch? Soll Tammy Ihnen etwas zu Trinken bringen, Miss?“

„Nein. Passt schon, Tammy“, lächelte ich die Hauselfe an und diese verschwand auch wieder.

„Lass es dir schmecken, Tori“, lachte James, als ich mich auf den Teller sprichwörtlich gestürzt hatte.

 

„Weißt du was ich mich schon die ganze Zeit frage, James?“

„Was denn?“

„Wie du mich gefunden hast!“

„Ach das… das war einfach nur Zufall. Und jetzt iss weiter, sonst verhungerst du noch und ich bin daran schuld!“ Sein Lachen verriet mir allerdings, dass ich etwas angesprochen hatte, dass er mir nicht verraten wollte.

Ich würde schon noch dahinter kommen!