Ich war total munter. Hatte allerdings keine Ahnung warum. Normalerweise war ich ja eher der Typ Mädchen, der erst was weiß ich wann aufstand. Ein schneller Blick auf meinen Wecker sagte mir, dass es Fünf Uhr in der Früh war. Toll. Ich hatte keine Ahnung was ich jetzt machen sollte…
Vielleicht Jo aus dem Bett werfen, überlegte ich und mit einem Satz stand ich auch schon und schlich mich verschlagen grinsend zu dem Himmelbett meiner besten Freundin.
Ich stieg hinauf und fing gut gelaunt an zu hüpfen und rief: „Jo! Aufstehen! Die Sonne lacht, die Vögel zwitschern und heute ist Hogsmeade Wochenende!“
„Ürmpf“, kam es unter der Decke hervor. Hatte die ein Wildschwein versteckt? Sicherheitshalber hob ich die Decke an und linste darunter. Nein, kein Wildschein, allerdings eine fuchs teufelswilde beste Freundin mit Namen Joana Moreno. Ups…
Mit einem engelsgleichen Lächeln sah ich sie an und verzupfte mich schleunigst aus ihrem Bett. Durch mein Gebrüll waren die andren beiden auch schon munter und sahen mich sauer an.

„Was?“, fragte ich scheinheilig und grinste vor mich hin. Tja, gegen meine gute Laune konnte niemand etwas machen. Fröhlich vor mich hinpfeifend schnappte ich mir meine Sachen, die ich mir doch tatsächlich am Vortag herausgelegt hatte (oh, Wunder) und hüpfte ins Badezimmer. Irgendwie kam ich mir gerade vor wie der Osterhase auf Extasy.

„Tori, was immer es war, das du geraucht, inhaliert, geschnupft oder getrunken hast, mach es nicht mehr“, murrte Alice und versteckte ihren hübschen braunhaarigen Kopf unter dem Kopfpolster. Ich gluckste und stellte die Dusche an.  

„Mann, Tori, beweg deinen Arsch! Ich würd vor dem Frühstück auch noch gern duschen gehen!“, brüllte meine beste Freundin allerliebst durch die Tür. „Entspann dich, Jo! Es ist gerade mal halb sechs!“, rief ich ebenso freundlich zurück. Ich vernahm noch ein genervtes Aufstöhnen und ich setzte grinsend meine Dusche fort.

„Also, da sich Miss Parker endlich dazu entschieden hat sich aus der Dusche zu bequemen, bin ich jetzt an der Reihe!“, meinte Jo und ging erhobenen Hauptes ins Badezimmer.
Ruby verdrehte die Augen und warf sich mit der neuesten Hexenwoche auf ihr Bett. Alice zuckte nur mit den Schultern und schmiss sich mit ihrem MagiMusi auf ihr Himmelbett. Na toll… Und was soll ich jetzt machen? , überlegte ich und mir wollte einfach nichts darauf einfallen. Also beschloss ich meine beste Freundin zu nerven.
Pfeifend ging ich wieder ins Badezimmer und setzte mich auf den zugeklappten Klodeckel.
„Johoo! Mir ist fahad!“
„Na, dann geh spazieren oder so!“

Wie mir meine beste Freundin auch vorgeschlagen hatte, spazierte ich durch das Schloss. Die meisten Portraits schliefen noch, diese Faulsäcke…
Vielleicht sollte ich in die Küche gehen und mir Zitroneneis holen, überlegte ich und keine Sekunde darauf stimmte ich mir auch schon selbst zu und klopfte mir gedanklich auf die Schulter für meinen genialen Plan.

Zitroneneis, ich komme!

Aber da mich Merlin, Agrippa oder sonst wer ja dermaßen lieb hatte, begegnete ich einem gewissen ekligen Schleimgesicht.
„Oh, der Friseur ist auch mal wieder unterwegs“, grinste ich ihn an. Mann, Parker, reiß dich zusammen, wenn du ein falsches Wort sagst, hast du echt ein Problem mit ekligem Schleimgesicht. Klingt irgendwie wie so ein Indianer Name. Fliegende Katze, gezähmter Falke, getöteter Käfer oder sowas.  Bei mir muss ja wirklich viel schief gelaufen sein…
„Parker, dir wird dein selbstgefälliges Grinsen schon noch vergehen!“, schnauzte mich Malfoy an. „Na klar und Snape hat sich die Haare gewaschen. Fällt dir bei diesen zwei Aussagen etwas Gemeinsames auf, hä?“
„Klappe, du Miststück!“ „Sonst was, Malfoy?“
Das hätte ich nicht sagen sollen, kaum hatte ich es ausgesprochen, lag ich auch schon versteinert am Boden. Oh, oh. Das war denke ich nicht so gut, dass ich ihn provoziert hatte. Mist.
Siehst du, Tori, das hast du jetzt wieder davon, weil du nie deine verdammte Klappe halten kannst!
Irgendwie klang das gerade sehr nach Jo. Ich vermisse sie jetzt schon.
Ich weiß, Jo, dass du mich jetzt nicht hören kannst, aber wenn ich hier drauf gehen sollte, du bekommst mein Schimpfwörter Lexikon. Aber tu dem armen James nicht zu viel damit an. Egal ob du ihn mit dem Buch oder den Wörtern aus dem Buch schlagen willst.
Und Sirius. Du bekommst meine Herzdose, die mir Jo zu Weihnachten geschenkt hatte. Frag einfach Jo nach dem Schlüssel.
James, du bekommst meine kleine Schwester. Die hat sich sowieso schon immer einen großen Bruder gewünscht.
Jake, du bekommst meinen Besen.
Ruby und Alice, bedient euch an meinem Kleiderschrank.
Mum und Dad, ich liebe euch.
Alena und Joe, euch liebe ich auch, ihr seid wie ein zweites ElternPaar für mich.

An den Rest der Verwandten:
Onkel Nerman, verkriech dich verdammt nochmal nicht andauernd in deinem Haus! In der Winkelgasse hat eine neue Homobar aufgemacht, hat mir jedenfalls James erzählt. Ich will auch gar nicht wissen, woher er das weiß.
Tante GeeGee, du bist die coolste Tante der Welt. P.S.: Auch wenn meine Leiche irgendwo verfaulen sollte, ich hab mir schon immer eine zweite coole Cousine gewünscht!
Tante Frida, Finger weg vom Giftschrank!
Tante Michelle, da sag ich besser nichts!
Genauso wie bei Cousine Carla.
Onkel Robbie, du bist ein cooler Onkel! Wie hältst du das verdammt nochmal mit Michelle aus?!
Cousin Albert, lass die armen Mädels in Ruhe und für dich gilt dasselbe wie für Tante Frida: Finger weg vom Alkohol!
Cousine Emily, du bist so wahnsinnig süß!

An alle Großeltern: Ich hab euch total lieb!

Da wir nun mit meiner Testament Verkündung fertig wären, Malfoy hat mir den Locomotor aufgehalst und nun schwebte ich ein paar Zentimeter über dem Boden neben ekligem Schleimgesicht her.
Falls ich das hier überleben sollte, was ich stark bezweifle, dann werde ich nie nie nie wieder auch nur ein Wort mit Mister Schwuler-Friseur-für-Hunde-und-Katzen-Malfoy wechseln. So sieht’s aus im Schneckenhaus und ist die Schnecke nicht zu Haus, sieht’s im Haus gleich anders aus.
Ich hatte doch ernsthafte Dachschäden.

Ekliges Schleimgesicht führte mich hinunter in die Katakomben von Hogwarts, die noch weiter unten lagen, als die Kerker. Es roch nicht gerade nach Duftgemüse…

Mister mit dem ich nie wieder ein Wort reden werde Malfoy ließ mich auf den harten, kalten Boden stürzen. Frechheit. So behandelt man aber keine Lady…
Wenn ich mit ihm sprechen würde, würd ich ihm das auch sagen, aber ich hielt an meinen Vorsätzen oder Prinzipien, wie auch immer, fest.

„So, Parker, ich hatte dir doch versprochen, dass ich dir das selbstgefällige Grinsen aus dem Gesicht wischen werde.“

Was er dann tat, hätte ich nicht einmal ihm zugetraut.

„Crucio.“