„Nein, Sirius! Du hast auf keinen Fall Recht!“ „Natürlich hab ich das! Immer!“, beharrte der Gryffindor auf seinen Standpunkt. „Na klar. Wenn du Recht hast, dann bin ich männlich!“, lachte Tori höhnisch auf und fuchtelte wie wild mit den Armen in der Luft herum. Das gab es nicht so oft, dass sich Tori und Sirius bei einem Thema uneinig waren. Quidditch war eines davon! „Der Treiber der Tutshill Tornados, McHamming, zielt auf den Sucher der Texas Sweetwater All-Stars und, und TRIFFT NICHT! Was für ein Spiel! Es steht noch immer 150:140 für Tutshill. Die Sucherin Mary Grace der All-Stars dreht mittlerweile schon ihre fünfte Runde im Stadion.“ Sirius und Tori hingen wie gebannt am Radio Gerät. Kindsköpfe…, dachte ich schmunzelnd. „Der Jäger Chadwick aus Texas passt zu Millers, Millers wirft UND TRIFFT. 10 Punkte für die Sweetwater All-Stars!“ „Oh Yeah! Aha!“ Meine beste Freundin führte doch tatsächlich mitten im Gemeinschaftsraum einen Siegestanz auf! Typisch. „Und was sagst du jetzt, Siri-Baby?“ Dieser sah sie grimmig an und verschränkte wie ein kleiner Junge die Arme vor der Brust, nur um kurz darauf auch noch die Unterlippe vorzuschieben. Ebenso typisch.

„Oh, und was seh ich denn da?“ Beide hörten auf und stürzten sich aufs Radio. „Grace hat den Schnatz gesehen. Oh, nein, das sieht nicht gut für Tutshill aus. Uhh, da werden die Heiler so einiges an Arbeit haben, Chadwick hat gewaltig eins auf die Rübe bekommen. JA! MARY GRACE HAT DEN SCHNATZ GEFANGEN! 150 Punkte für die Sweetwater All-Stars. Damit steht es 150:300! Die Sweetwater All-Stars haben gewonnen!“, brüllte der Kommentator und Sirius hockte nun heulend am Boden, während Tori brüllend durch den Raum rannte. Solche Kleinkinder…

„JO! TEXAS HAT GEWONNEN!!!“, schrie sie mir in mein Ohr und ich fiel rückwärts vom Sessel. Boah, ich glaub das hinterlässt ernsthafte Schäden…

„Wieso?! WIESO BEI MERLIN, IST DIESE WELT NUR SO GEMEIN ZU MIR?“, heulte der junge Black und wälzte sich wie Kindergarten Kind am Boden, wenn es nicht das bekommt, was es will.

„Okay, Leute. Die Party ist aus!“, grinste Remus und packte Sirius am Kragen. Also für das, dass er nicht danach aussah, hatte der Kerl doch wirklich Kraft, staunte ich in Gedanken. Das Kindergarten Kind fand das aber alles andere als lustig. „Remuhus! Lass mich lohos!“, heulte er. „Stell dich nicht so an, Pad! Du kommst jetzt mit!“ „Genau, Sirius! Hör auf das was Papa Remus sagt!“, lachte Tori ihn vergnügt an. Angesprochener schob die Unterlippe noch weiter vor und schniefte. „Aw, da will wohl einer eine Umarmung!“, grinste meine beste Freundin und umarmte den jungen Black. Jedoch rechnete sie nicht damit, dass er sie plötzlich kitzeln konnte, was er, natürlich, auch tat!

„Nein! Nein! Sirius… ich… ergebe… hicks… mi… hicks… mich“, lachte Tori und ich konnte sogar einzelne Lachtränen in ihren Augen erkennen. „Ernsthaft, Leute! Es ist schon halb 12 und die holen sonst noch McGonnagal, wenn ihr nicht gleich leiser seid.“ Die beiden sahen mich allerdings nur etwas verstört an und kaum zwei Sekunden später kabbelten sie wieder miteinander herum. Die passten wirklich gut zusammen. Waren wie geschaffen für einander. Einstweilen aber glaub‘ ich nur auf Freundschaftlicher Basis. Wie sagt man so schön? Gut Ding braucht Weil! Grinsend, da die beiden sowieso nicht aufhören würden, ging ich hinauf in unseren Schlafsaal. Alice und Ruby saßen auf ihrem Bett und sahen sich einen Film auf dem Visionator an.

„Wann gehen wir morgen eigentlich nach Hogsmeade?“, fragte mich Ruby, die gerade dabei war ihre Fingernägel zu feilen. „Nach dem Frühstück, hab‘ ich mir zumindest gedacht.“ Ich zuckte mit den Schultern. Mittlerweile war es März und das Wetter verbesserte sich schon deutlich. Man brauchte keine dicken Jacken mehr, nicht, dass Tori und ich durch unsere Kojoten Gene überhaupt welche bräuchten, und sogar die Sonne ließ sich ab und an blicken. Vor allem meiner besten Freundin machte das trübe und regnerische Wetter zu schaffen. Sie kam mit der Wetterumstellung am Schlechtesten von uns beiden klar. Ihr fehlte die Hitze Arizona’s. Klar, mir auch, aber nicht so extrem wie Tori. Erst letztens hatte sie unseren Schlafsaal in eine Wüste verwandelt, weil ihr diese so fehlte. Statt den kleinen Zimmerpflanzen standen lauter Kakteen im Raum. Das war vielleicht ein Spaß die wegzubringen. Ich kann heute noch die Stacheln, die ich mir eingezogen hatte, spüren. Nicht gerade angenehm…

„Was machen wir jetzt?“, fragte Tori, als sie in unser Zimmer kam. „Hm, wie wär’s, wenn wir unseren Urlaub planen!“, schlug ich grinsend vor und meine beste Freundin stimmte begeistert ein. „Welchen Urlaub?“, wollte Alice wissen. „Mom und Dad und die von Jo haben uns einen Urlaub auf Teneriffa zu Weihnachten geschenkt“, zuckte Tori mit den Schultern und nahm sich ihren Block von dem kleinen Nachttisch. „Okay. Also, Hotel ist schon gebucht! Wir haben also zwei ganze Wochen, die wir zuplanen können“, grinste die Braunhaarige verschwörerisch. Die plant doch was…
„Was hast du vor?“ „Ach nichts“, meinte sie und ihr Grinsen wurde noch breiter und schelmischer. Also wenn da nichts im Busch ist, dann ist Merlin tatsächlich mein Opa. „Ernsthaft! Es ist nichts“, lachte meine beste Freundin und legte den Block wieder beiseite. „Okay, ich geh jetzt schlafen. Will morgen ja nicht verschlafen und dann auch noch, wenn Hogsmeade Wochenende ist. Nein, nein.“ Manchmal fragte ich mich wirklich, wer hier von uns beiden die mit den Stimmungsschwankungen ist…

Wir machten uns alle bettfertig. Ich freute mich wirklich schon auf den morgigen Tag. Obwohl ich James bestimmt mit irgendeiner Tusse sehen werde… Naja, ich bin ja diejenige, die ihn immer so blöd anmacht, dachte ich noch bevor ich auch schon in das Land der Träume hinüber spazierte.