Verschlafen schlurfte ich in Richtung Große Halle. Sofort meldete sich mein Magen. Boah, was hatte ich Hunger…
Ich könnte glatt ein halbes Schwein verdrücken, oder auch einen halben Hirschen, dachte ich grinsend. Als ich die Große Halle betrat, sah ich sie schon. Schon schlich sich ein seliges Grinsen auf mein Gesicht. Mein Herz fing an heftig zu schlagen und mir wurde wohlig warm. Wie ich sie doch liebte. Es gab keine andere für mich auf dieser ganzen weiten Welt. Die einzig wahre. Am liebsten würde ich Tag und Nacht mit ihr verbringen. Sie nie wieder gehen lassen. Sogar schwimmen würde ich mit ihr gehen. Oder eislaufen. Gab es überhaupt Schuhe für so eine schöne Göttin? Wohl kaum. Am liebsten würde ich sie heiraten. Mit ihr aufs Land ziehen. Den Sonnenuntergang von unserem Haus aus betrachten. Ich würde viele Obstbäume mit ihr pflanzen. Auf ihnen würden später die Kinder sitzen und mich anlächeln. Meine Frau. So schön wie alles Glück auf Erden. Sie ist so bezaubernd. Ihr Kern so hart Granit. Ihre Schale so weich wie ein Baby Po. Am liebsten würde ich mich dort verkriechen, mich dort vergraben. Doch, Schatz, ich wollte schon einmal mit dir eine Beziehung beginnen, doch nach zwei Wochen musste ich dich in den Kompost werfen. Ich hielt den Gestank nicht mehr aus. Und eine Familie würden wir auch nie gründen können. Ich würde die Kinder zu Kuchen verarbeiten, wenn ich backen könnte…

„Pad, himmelst du sie schon wieder an? Du weißt was mit der letzten passiert ist“, grinste mich James an. Ich schob die Unterlippe vor und verschränkte die Arme vor der Brust. „Aber ich liebe sie doch!“ Tori spuckte James den Kakao ins Gesicht. Ich lachte. James eher weniger. Er sah aus wie ein schwitzender Schokomann. „Prongs hat Recht, Sirius. Lass die arme Zwetschke in Ruhe! Die hat dir doch gar nichts getan“, meinte Remus und schnappte sich meinen Schatz vor meinen Augen weg. „Dein Retter naht! Spuck sie wieder aus, du Dieb!“ Ich sprang auf und happte zu Remus. Dieser grinste mich bloß an und spuckte den Kern wieder aus. „Mein Schatz! Du hast meine Ehefrau ermordet!“

In der Halle war es mittlerweile ganz still geworden und alle sahen auf mich und Remus, wie wir uns um einen Zwetschkenkern stritten. Alice, die ich nur vom sehen kannte, schaute mich mit offenen Mund an. Auch Tori, Jo und Ruby konnten ihren entsetzten Blick nicht von mir wenden.
James, der nun wieder frei von Kakao war, versuchte die Sache zu klären: „Ihr müsst wissen, Pad hat eine Schwäche für Zwetschken. Er vergöttert sie regelrecht. Ich will gar nicht wissen, was da alles in seinem kranken Hirn abgeht.“ Ich setzte mich nun wieder ganz brav neben Tori auf die Bank und mampfte mein Frühstück. Wie gerne hätte ich die Zwetschke gegessen…
Schade, dass jetzt nur noch drei übrig sind, die heb ich mir aber besser auf. Oder doch nicht? Na gut, nur eine. Schnell, damit es keiner sah, schob ich meinen Schatz in den Mund.

„Okay, wir sollten uns schön langsam auf den Weg machen. In fünf Minuten läutet es und ich will definitiv nicht zu spät zu Pflege Magischer Geschöpfe kommen“, meinte Jo und stand auf. Sie zog Tori, die schon ihren fünften Toast in den Händen hielt und ihn mindestens genauso verliebt ansah, wie ich meine Zwetschken. Ich packte noch schnell die restlichen Zwetschken ein. Wir standen nun alle auf und gingen aus der Halle. Jedoch nicht, bevor ich dem Kleinen da vorne die Zwetschke abgeknöpft habe, dachte ich mit eifersüchtiger Miene.

„Gib dem Kleinen die Zwetschke wieder!“, schaffte mir Remus an. Oh Mann… Schnell, damit Papa Remus nicht noch böser wurde, gab ich dem kleinen Hufflepuff das Obst wieder.

Professor Geronimo, kam schon zu uns. „Ich habe Hagrid gebeten mir ein paar seiner Niffler zu borgen. Wir machen heute ein kleines Spiel: Ihr geht in zweier Teams zusammen und bekommt einen Niffler. Parker Victoria und Lupin Remus, Moreno Joana und Potter James, Greenwood Ruby und Baker Alice, Fletcher Chloe und Longbottom Frank und Pears Tiffany und Black Sirius.“
Nein, nicht mit DER.  Mit jedem, sogar mit Snape (was sowieso unmöglich gewesen wäre, denn es war eine reine Gryffindor Klasse), aber bitte bei Merlin, nicht mit Pears!

James grinste mich hämisch an. Idiot. Wieso war Prongs nochmal mein Bruder? Ach ja, er war ja mein bester Freund…
„Hi, Siri!“, vernahm ich auch schon die nervigste Stimme auf der Welt. Bei Merlin, was hatte ich bloß verbrochen? „Sag, nächste Woche ist doch Valentinstag.“, begann sie. „Ja?“, ich ahnte schlimmes. „Naja, weißt du –Wieso kam mir die gerade so nahe?- Ich hab mir gedacht, dass wir zwei –Merlin, nehmt dieses Teil von mir weg!- uns einen schönen Tag machen!“, flüsterte sie mir in mein Ohr. Bei Merlin’s rosa Plüsch Unterwäsche, pflückt dieses Mädchen von mir!

„Sorry, aber Sirius geht schon mit mir nach Hogsmeade“, James mein Retter in der Not. „Weißt du bei Madam Puddifoot’s ist ein Tisch reserviert. Auf unseren Namen.“ Der Blick… Hat denn niemand eine Kamera bei der Hand? , ich sah mich suchend um.
„Was suchst du, Pad?“, wollte mein schwuler Kumpane wissen. „Eine Kamera“, antwortete ich und grinste.
Klack. Cool! Wer hat das Foto gemacht? „Das rahm ich mir ein!“ Eine grinsende Alice stand dort und betrachtete ihre Kamera. „ALICE! Du wunderbares Geschöpf! Ich will ‘nen Abzug!“, schrie ich und James hielt sich die Ohren zu. Ja, an manchen Tagen konnte ich etwas Ähnlichkeit mit einem Mädchen haben…

„Okay, ich bin wieder hier. Miss Pears!? Wieso bedrängen Sie Mister Black?“, wollte Professor Geronimo auch gleich wissen, als er mit den Nifflern von Hagrid wiederkam. Wieso lief Tori denn gerade so rot an? , dachte ich. Oh, sie lacht. Das war auch witzig. Pears sah das ganze wohl nicht so lustig, denn sie verengte ihre Augen zu Schlitzen und stampfte wütend zu ihrer besten Freundin Chloe Fletcher. Hat nicht James eine Affäre mit ihr? Der Arme… Ich fragte mich ernsthaft, was Jo denn auf einmal gegen ihn hatte. Da stand er einmal so richtig auf ein Mädchen und genau die konnte ihn nicht leiden. Aber am Anfang des Schuljahres sah es eigentlich schon noch so aus, als ob sie auch in ihn verknallt wäre. Komisch… naja, mir soll’s recht sein, dachte ich schulterzuckend und besorgte einen Niffler. Diese Viecher waren ja irgendwie total süß…

Allgemein POV

Tori schickte Jo nach dem Unterricht schon voraus, da sie ihre Tasche vergessen hatte. „Parker, du wirst ihn nie bekommen. Du kannst ruhig seine beste Freundin spielen, aber glaub‘ mir, ich weiß, dass du auf ihn stehst. Und wenn du dich weiter in seiner Nähe aufhältst. Ich schwöre dir, ich packe all deine finstersten Geheimnisse aus“, zischte Tiffany Pears und rauschte ab. Tori blieb wie angewurzelt stehen. Was meinte sie mit ‚finstere Geheimnisse‘? Das konnte sie nicht wissen. Das wusste nur Jo. Nicht mal Ruby oder Alice. Das gab es einfach nicht. Schulterzuckend, allerdings mit einem unwohlen Gefühl in der Magengegend, ging sie wieder ins Schloss.